D-74348 Rundgang durch Lauffen am Neckar (2)

Historische Highlights in der Heilbronner Straße

Von der Rathausburg führt mich der Rundgang über die Kanalbrücke zurück auf die Rathausstraße, in der sich unser Hotel (Gästehaus Schenk) befindet. Im Zentrum des Lauffener „Städtle“ fanden im Frühjahr 2021 umfangreiche Bauarbeiten statt.

Als Fußgänger konnte man die für den Autoverkehr gesperrten Straße leicht überwinden. Ich gehe hinauf zur Oberabteistrtaße und dann nach rechts in die Heilbronner Straße. Hier erreiche ich das Gasthaus „Zum Stadttor“, das zu Coronazeiten natürlich geschlossen war (Speisen nur zum Mitnehmen).

Wenige Schritte weiter erreiche ich das Alte Heilbronner Tor, die Station Nr. 3 auf dem historischen Rundgang. Eine vom Heimatverein gestiftete Tafel erläutert, dass der dreigeschossige Bau mit der so genannten „Bossen-Eckquaderung“ im Kern aus dem 13. Jahrhundert stammt. Es ist das einzige noch erhaltene Stadttor aus der Zeit der ersten Stadtbefestigung.

Weiter ist zu lesen: „Seit der Errichtung des Walls, der eindrucksvollen Lauffener Stadtmauer, floss der Verkehr durch dieses Tor. Auf der Ostseite des Baus befindet sich eine Treppe zum dritten Geschoss, auf der Westseite die Stadtmauer mit Wehrgangsresten. Das Torhaus über dem Torbogen bewohnten bis 1709 die TORWARTE (!). Nach dem Bau des Neuen Heilbronner Tores wurde das Tor 1805 geschlossen, das Torhaus diente bis 1954 als Gefängnis.“ (O-Text Ende)

Das im Text erwähnte Neue Heilbronner Tor ist nicht weit davon entfernt. Hier ist die Station 8 des Rundgangs, bei der natürlich auch eine Infotafel angebracht ist. Man erfährt, dass der viergeschossige Bau mit Rundbogendurchfahrt in den Jahren 1772/73 errichtet wurde und die so genannte HOCHWART, einen mittelalterlichen Stadtturm im Wall, ersetzte. Die Torwacht wurde 1817/18 aufgegeben und ab 1829 wurde das Tor nicht mehr geschlossen. Der obere Teil wurde 1952 abgebrochen und neu aufgebaut.

Ich gehe durch die Rundbogendurchfahrt und gehe nach rechts weiter. Ein schöner Ausblick bietet sich an der Stadtmauer, an der ich schließlich eine weitere Infotafel finde: Die WALL (auch „Schütt“ genannt) entstand um 1480. Graf Eberhard im Bart ließ die Stadt zur Verteidigung vor Geschützen durch einen riesigen Wall befestigen.

Im Wortlaut heißt es auf der Infotafel: „Die seit 1772 durch das Neue Heilbronner Tor unterbrochene Stadtmauer hat eine Länge von ca. 90 Metern und eine eindrucksvolle Tiefe von ca. 15 Metern mit einer Außen- und einer Innenschale. Vor dem Wall lag ein ca. 12 Meter breiter und 6-7 Meter tiefer Graben. Besonders bemerkenswert: Zwei komplette Wohngebäude sind in den Zwischenraum zwischen den beiden Mauerschalen eingebaut, auf dem Wall liegen große Gärten der Anwohner.“ (O-Text Ende)

In der Heilbronner Straße finde ich jedoch noch weitere Stationen des Historischen Rundgangs. Die Nr. 6 ist das Gebäude In der Heilbronner Straße 39, die Alte Kelter (auch Neuer Bau genannt). Herzog Christoph ließ den Neuen Bau 1568 an Stelle der herrschaftlichen Kelter von 1537 errichten. Wie wir der Tafel entnehmen können, war er ursprünglich als schlossartige Herberge, Magazin und Wagenarsenal konzipiert.

Dieser Plan blieb jedoch nach dem Tod des Herzogs unvollendet. Danach wurde das Gebäude als Kelter, Brennhütte, Bindhaus, Zehntscheune und Fruchtkasten genutzt. Weiter werden eine Brauerei und eine Zigarrenfabrik als Nutzer nach 1819 aufgeführt. Seit 1987 standen Sanierungsarbeiten auf dem Plan.

Nicht ganz so auffällig ist die Station vier des Rundgangs in der Heilbronner Straße 19. Hier findet man den Hinweis auf das mittlere Tor der Stadtmauer, das 1771 abgerissen wurde. Hier ist zu lesen: „Auf der Neckarseite der Stadtmauer sicherte ein Tor die Stadt vor dem vom Flussübergang und der Vorstadt heraufkommenden Feind. Das Torhäuslein, das dort ab 1537 nachgewiesen werden konnte, bewohnte anfangs der Schäfer bzw. der Hirte. (…). Bemerkenswert: Ein mündliche Überlieferung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts besagt, dass das Torhaus ein Asyl gewesen sei, das Bedürftigen 24 Stunden Schutz bot.“ (O-Text Ende).

Zuletzt entdecke ich auf dem Rückweg am Übergang der Heilbronner Straße in die Oberamteigasse (derzeit im Baustellenbereich) den Gasthof Sonne (Station 2), zu dem die Geschichte auf anders gestalteten Tafel dargestellt wird.

Die ehemalige Weinstube prägt mit ihrer Sichtfachwerkfassade das Bild im Altstadtbereich. Die Geschichte des Hauses lässt sich auf dem folgenden Foto nachlesen.

Informationen:

Touristinfo im Bürgerbüro

Bahnhofstraße 54, 74348 Lauffen am Neckar

Tel. 07133-2077-0, info@lauffen-a-n.de

www.lauffen.de/tourismus

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert