1521 Auf dem Lutherweg durch Bad Nauheim (Etappe BNA 002)

Vom Großen Teich bis zur Schwalheimer Straße –

Kurpark und Gradierwerke

Es wird wohl kaum stärker frequentierte Lutherweg-Etappen geben als diese: Von der Stadtteilgrenze Nieder-Mörlen durch den Bad Nauheimer Kurpark bis zur Schwalheimer Straße. Hier sorgen nicht nur Kurgäste und Hunde-Gassi-Führer, sondern auch Jogger und Radfahrer, Skater und Nordic-Walker für permanenten Hochbetrieb.

Ganz besonders kritisch war es am Sonntag vor Ostern 2021, als die dritte Corona-Welle richtig ins Rollen kam und strahlender Sonnenschein gefühlt Tausende in den Park lockte.

Man durchwandert nicht nur die schöne Parklandschaft und eindrucksvolle Bauwerke im Jugendstil, sondern auch vier der noch fünf erhaltenen Gradierwerke. Der Weg ist leicht erklärt: Wie bereits im Abschnitt von Ober-Mörlen kann man sich stets am Laufe der Usa orientieren. Das gilt auch für die darauf folgende Etappe nach Friedberg bis zur Querung der B 455 beim Autohaus Ford Kögler.

Die Wegbeschreibung:

Unser Startpunkt zu dieser Etappe war der Parkplatz Frankfurter Straße/Großer Teich direkt hinter dem blau-weißen Willkommensschild des Heilbad- und Luftkurortes Bad Nauheim, der sich als „Gesundheitsstadt“ empfiehlt. Der Parkplatz ist gebührenpflichtig. Für 4 Stunden Parkzeit sind derzeit 2,- Euro zu entrichten.

Vom Parkplatz gehen wir zunächst in nordwestlicher Richtung (Shell-Tankstelle) und in Höhe des Abzweiges der Steinfurther Straße nach links über die Usabrücke. Hier finden wir schon die erste Lutherweg-Markierung und gleichzeitig die grünen Markierungen von Nordic-Walking-Terrainwanderwegen.

Ab hier geht es nach links Richtung Südost am Großen Teich vorbei und ab hier herrscht Hochbetrieb auf allen Kurparkwegen. Rechter Hand der Teich, links fließt die Usa. Von zahlreichen Vogelarten bevölkert ist die kleine Insel im Teich und am anderen Ufer kommt das Teichhaus und die Wasserfontäne ins Blickfeld.

Der Weg am Teich knickt bald nach rechts ab. Viele kleine Wege führen direkt ans Teichufer, dass sich Erholungssuchende mit Enten, Nilgänsen und anderen Wasservögeln teilen. Der Weg verzweigt sich am „Erna-Ente-Treff“. Wir gehen nach links weiter und folgen somit weiter dem Lauf der Usa.

Wir passieren einen kleineren Teich (rechts) und das Max-Planck-Institut für Herz- und Kreislauferkrankungen (links). Wir halten uns auch bei der nächste Verzweigung links und bleiben stets in der Nähe der Usa.

Man könnte hier aber auch nach rechts gehen und einen Abstecher zum Brunnen im Kastanienrondell machen.

Auf dem Original-Lutherweg Im Kurpark passieren wir eine Minigolf-Anlage, sehen links in einiger Entfernung den Waitzschen Turm, und erreichen den Zugang zum Sprudelhof, einer alten Kuranlage im Jugendstil.

Hier waren schon Albert Schweizer und viele andere namhafte Wissenschaftler bei einer Tagung zu Gast. Ein Abstecher lohnt sich.

Beide Wege führen an den Sebastian-Kneipp-Weg und vor dem „Schwyzer Hüsli“ wechseln wir die Uferseite der Usa.

Am „Schwyzer Hüsli“ gab es erstaunlicher Weise trotz aller Corona-Einschränkungen Stände, an denen Würstchen, Kaffee und Kuchen und kühle Getränke angeboten wurden. Brav mit Mundschutz und den Abstandsregeln folgend haben wir uns auch dort gestärkt.

Hier fanden wir auch eine Infotafel mit dem Titel „Historischer Rundgang . Bad und Jugendstil“, auf der auch alles Wissenswerte zu den Parkanlagen zu lesen ist.

Der Weg führt uns nun links vom Usa-Ufer am imposanten William Kerckhoff Herzforschungsinstitut vorbei an die Parkstraße. Dort finden wir nicht nur eine Erläuterungstafel, die den Bezug zu Luther und Bad Nauheim erläutert, sondern auch eine erstaunliche Fußgängerampel.

Hier sieht man, dass man neben Luther auch andere weltberühmte Gäste in Bad Nauheim empfangen konnte. Die Fußgängerampel zeigt anstelle des „Männchens“ das Konterfei vom King of Rock‘n‘Roll, Elvis Presley, der bekanntlich in den späten 1950er Jahren in Friedberg als US-Soldat stationiert war und in Bad Nauheim wohnte.

Die Querung der Parkstraße ist Lutherweg-Standort BNA 002 auf 149 m NN. Dem Wegweiser können wir folgende Entfernungen entnehmen: Friedberg3,5 km, Ober-Wöllstadt 9,2 km und Nieder-Wöllstadt 12,0 km. In der Gegenrichtung stehen Ober-Mörlen 5,7 km, Ostheim 10,6 km und Nieder-Weisel 12,6 km. Auf einem dritten Richtungsanzeiger wird der Weg zum Bad Nauheimer Bahnhof (0,5 km) gewiesen.

Auf der Infotafel zum Lutherweg finden wir unter der Überschrift „wes der Fürst, des der Glaub“ einen Text, der nahezu mit dem wikipedia-text identisch ist. Den Text können Sie dem Foto von dieser Tafel entnehmen:

Der Lutherweg verläuft in gleich bleibender Richtung in der Zanderstraße weiter. Dort gelangen wir an den Gradierbau I mit seinem Inhalatorium.

Das Kassenhäuschen am „Luft- und Kneipp-Bad Meeresbrise“ war auch zu Corona-Zeiten geöffnet. Wir haben uns damit begnügt, eine Runde um den Gradierbau zu drehen und tief gesunde Luft einzuatmen.

Die Zanderstraße führt gerade über die Kreuzung Eleonorenring/Ernst-Ludwig-Ring, wo wir am linken Straßenrand auf die Sankt Lioba-Schule und die Kirche der St. Bonifatius-Gemeinde blicken.

Weiter in der Zanderstraße erreichen wir den zweiten Gradierbau mit seinem Gesundheitsgarten. Der Gesundheitsgarten ist zu Normalzeiten täglich von 9 bis 19 Uhr (Mai bis August bis 21 Uhr) bei freiem Eintritt geöffnet (zurzeit nur unter Einhaltung der Corona-Regeln).

Auf einer Tafel erfahren wir, dass der 128 Meter lange Gradierbau II den Rest einer ursprünglich 530 Meter langen Gradierbaureihe darstellt. Der heute 9,50 Meter hohe Bau mit seiner Gradierfläche von 2.432 Quadratmetern Gradierfläche erstreckte sich einst von der Usa bis zur Berliner Straße.

Bei unserem Rundgang um den Gradierbau hätten wir es uns in einem der Strandkörbe gemütlich machen können. Leider waren an jenem Sonntag alle besetzt. Wir machten noch einen Abstecher zum schmucken Fachwerkbau nebenan, der die Stadtbücherei beherbergt. Dann ging es auf der Zanderstraße weiter.

Nun ist Aufmerksamkeit geboten. An der nächsten Usa-Brücke wechseln wir die Uferseite und passieren dann den Südpark mit dem Wasserspielplatz.

Am Ende des Südparks erreichen wir das riesige Wasserrad am Ludwigsbrunnen, zu dem wir folgende Erläuterungen finden (O-Text Infotafel Sole und Salz N V.): Das Wasserrad am Ludwigsbrunnen aus dem Jahre 1740 ist eines von sieben Wasserrädern, damals WASSERKUNST oder KUNSTRAD genannt. Zur Blütezeit der Nauheimer Saline im 18. Jahrhundert lieferten die Wasserräder die Energie, um die Sole auf die Gradierwerke und in die Siedehäuser zu pumpen. Das Wasser wurde aus dafür angelegten Staubecken, dem Großen Teich (1732) und den drei Waldteichen (1737) und aus der Usa über KUNSTGRÄBEN den Wasserrädern zugeleitet. (O-Text Ende).

Auf einer weiteren Infotafel werden wir über den Prozess der Gradierung aufgeklärt (Tafel 6 zum Historischen Rundgang Sole und Salz Nr.VI).

Weiter auf dem Lutherweg erreichen wir nach wenigen Schritten die Kreuzung der Schwalheimer Straße (Autohaus Marnet). Hier ist der Anschlusspunkt zur nächsten Etappe nach Friedberg.

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