34547 Rundwanderwege im Schneewittchendorf Bergfreiheit

Bergbauzeiten und ihre Märchen

Im Auftrag von Hessen Mobil war unser Arbeitsteam im August 2019 eine Woche lang im Schneewittchendorf Bergfreiheit im Einsatz. Das 320 bis 352 Meter hoch gelegene ehemalige Bargbaudorf hat 336 Einwohner und ist staatlich anerkannter Luftkurort. Es liegt im Südosten des Kellerwaldes und ist seit 1971 Stadtteil von Bad Wildungen im Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Bei wikipedia wird erklärt, wie das Dorf zu seinem Titel „Schneewittchendorf im Kellerwald“ kam (O-Text): Der hessische Lokalhistoriker Eckard Sander führt das Märchen der Brüder Grimm von Schneewittchen auf das Dorf Bergfreiheit zurück. Schneewittchen soll die seinerzeit als besonders schön bekannte Waldecker Prinzessin Margaretha von Waldeck gewesen sein. Die sieben Zwerge, die mit Schaufeln im Berg arbeiten, werden in diesem Zusammenhang auf die damals übliche Kinderarbeit in Bergwerken zurückgeführt. Jährlich finden auf einer Freilichtbühne im Ort Theateraufführungen des Märchens statt.(O-Text Ende).

Etwa 500 Meter westlich des Dorfes befindet sich der Naturpark-Wanderparkplatz „Bergwerk“. Auf einer Infotafel mit der Titel „“Bergbauzeiten und ihre Märchen“ werden hier drei Rundwanderwege angeboten. Leider hatten wir nicht die Zeit, diese Strecke abzuwandern.

Aber einige der Besonderheiten auf den Strecken haben wir entdecken können. Eine gewisse Fitness sollte der Wanderer mitbringen. Der Parkplatz befindet sich nämlich am Fuße des Bergkammes Keller mit dem 675 Meter hohen Wüstegarten, dem höchste Berg des Kellerwaldes.

Die Route 1 ist 11,2 Kilometer lang und nimmt der Tafel zufolge etwa 3 Stunden Gehzeit in Anspruch. Sie führt auf dem Infoweg „Romantisches Urfftal“ zum Dorf Bergfreiheit hinauf. Hier findet der Besucher auf einer großen Freifläche die lebensgroßen Figuten von Schneewittchen und den sieben Zwergen. Im Dorf wird ein Abstecher zum Bergbaumuseum und eine Besuch der Edelsteinschleiferei empfohlen. Dem Symbol der Märzenbecherblüte folgend geht es dann in das wildromantische Urfftal. Man folgt der rauschenden Urff bis zur Klippe am Löwenstein mit seiner Burgruine. Der Rückverläuft an einer Wanderklippe mit abgesprengter Felsblockhalde vorbei durch die Wälder am Orthberg.

Mit nur 4,2 Kilometer (1 Stunde) ist die Route zwei der kleinste der drei Wanderwege und mit einer Höhendifferenz von 80 Metern nicht allzu schwer zu bewältigen. Hier folgt man einem kulturhistorisch-ökologischen Lehrpfad, der informativ durch die alte Bergbaulandschaft bei Bergfreiheit leitet.

Bei wikipedia erfahren wir, dass der Bergbau beim heutigen Dorf Bergfreiheit im Jahr 12252 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Zu dieser Zeit wurden die Abbaurechte an Zisterzienser-Mönche aus Haina verliehen. Weiter ist zu lesen (O-Text): Planmäßig wurde Kupfererz durch Bergleute seit 1552 abgebaut und vor Ort verhüttet. Das Recht der Bergfreiheit im Tal der Urff erhielt die ursprünglich „Neusess“ genannte Bergmannssiedlung im Jahre 1561 durch ein Edikt des Grafen Samuel von Waldeck-Wildungen.

Die höchsten konditionellen Ansprüche stellt die Route drei mit einer Länge von 11,8 Kilometern. Sie führt in die Wälder des Hohen Keller am Neugesäss vorbei zum Wüstegarten hinauf. Entlang des Grates verspricht ein Aussichtssturm (Kellerwaldturm) eine grandiose Aussicht. Bei wikipedia haben wir erfahren, dass die Bergkuppe von einem Ringwall der Heidelburg umgeben ist. Der Wüstegarten ist nicht nur die höchste Erhebung des Kellerwaldes, sondern auch des westhessischen Berg- und Senkenlandes, des Naturparks Kellerwald-Edersee und des Schwalm-Eder-Kreises.

Auf einer Satelitenkarte sind Schutzhütten, Aussichtspukte, Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten eingezeichnet. Bei letzteren sollte man sich jedoch vorab über die Öffnungszeiten informieren. An einer der Gaststätten in Bergfreiheit haben wir täglich das Schild „Heute geschlossen“ vor dem Eingang stehen sehen.

Auf dem Kulturhistorisch-ökolgischem Lehrpfad folgen wir dem Wegweiser zum Besucherbergwerk am oberen Stollenmundloch. Schon nach wenigen Schritten stehen wir vor zwei Infotafeln mit einem Ortsplan und zusätzlichen Informationen zum Bergbau in der Region.

Wir erfahren, dass die Bergbausiedlung im Jahr 1584 erstmals „Bergfreiheit“ genannt wurde. Ergänzend hierzu ein Auszug aus den wikipedia-Erläuterungen (O-Text): Mit der Bergfreiheit genossen die Bergleute umfangreiche Rechte, wie Schank- und Zollfreiheit, Jagd- und Holzrecht, Befreiung vom Militärdienst und von Spanndiensten. Auch hatten sie das Recht zum freien Zu- und Abzug und zur freien Wahl von Bürgermeister und Rat. Im gesamten Tal der oberen Urff gab es im 16. und 17. Jahrhundert bergbauliche Einrichtungen (insbesondere Stollen) sowie Einrichtungen der Weiterverarbeitung (Hammerwerke, Gießereien) und Infrastruktur. Bereits 1577 erfolgte bei den Grubenbauen von Bergfreiheit die Entwässerung durch die Wasserkunst; die erste Anlage hatte zwei über- und ein untertägiges Kunstrad im Stollen mit 7 m Durchmesser. Nach dem Erliegen des Bergbaus wurde die Wasserkunst 1662 abgeworfen. In der Blütezeit des Ortes lebten rund 1.000 Menschen in Bergfreiheit. Die Abbauperiode in Bergfreiheit endete bereits um 1590 nach rund 40 Jahren. Durch Verfall und Wegzug gingen die 19 Hüttenbetriebe allmählich ein, und zum Ende des Dreißigjährigen Kriegs gab es nur noch 15 Bewohner.

Der Bergmannsgruß „Glück auf“ steht auf dem Eingangsgebäude zum Besucherbergwerk. Neben den Infotafel finden wir auch Ruhebänke und Wegweiser zur Naturbühne, zum Schneewittchenhaus und nach Armsfeld. Auf dem Wanderweg erblicken wir neben zahlrechen anderen Markierungen auch das „K“ des Kellerwaldsteiges.

Direkt am Parkplatz befindet sich ein anderes Portal zum ehemaligebn Kupferbergwerk Bertsch. Das Datum 24.9.1551 ist hier auf einer Holztafel eingeritzt. Es dient heute offenbar als Ausgang zu den Bergwerksführungen. Es sollen noch 20 Kilometer an Gängen durch das Grubvensystem verblieben sein. 1965 hatte sich in Bergfreiheit ein Verein zur Erforschung des lokalen Bergbaus gegründet. Seit 1974 werden die Führungen angeboten.

Heute leben die Bewohner von Bergfreiheit hauptsächlich vom Fremdenverkehr und der Landwirtschaft. Es gibt eine Edelsteinschleiferei, die die Schürfrechte für den nur hier vorkommenden Kellerwald-Achat besitzt und diesen zu Schmückstücken verarbeitet.

Unmittelbar daneben befindet sich das idyllisch an einem Weiher gelegene Hotel-Restaurant Hardtmühle. Es empfiehlt sich als familiengeführtes haus an einem Ort der Kraft, umgeben von schönen und edlen Steinen. In den Somermonaten ist das Rerstaurant-Hotel täglich ab 11.30 Uhr geöffnet. Von März bis April wird montags bis donnerstags ab 14 Uhr geöffent, freitags bis sonntags ab 11.30 Uhr. Im Januar und Februar ist das Haus kompett geschlossen. Im November und Dezember ist montags bis mittwochs geschlossen.

Kontakt:

Hotel-Restaurant Hardtmühle

Inh. Familie Lange

34537 Bad Wildungen – Bergfreiheit, Im Urfftal 7

Tel. 05626 – 92 22 0

www.hardtmuehle.de

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