D-34587 Erkundungstouren in und um Felsberg (2)

Startpunkt: Die Burg Felsberg

Inmitten der zweiten Welle der Corona-Pandemie waren bei einem Arbeitseinsatz auf der A 49 in Felsberg untergebracht. Da die Autobahn aufgrund der allgemeinen Verkehrssituation am Autobahnkreuz Kassel Mitte schon vor dem einsetzenden Feierabendverkehr von Baustellen geräumt sein musste, blieb viel Zeit für Erkundungswanderungen. Leider aber spielte das Wetter selten mit.

Immerhin konnte ich mit einer Kollegin eine kleine Wanderung in und um Felsberg unternehmen. Erste Station war der kleine Besucherparkplatz unterhalb der weithin sichtbaren Burg Felsberg. Diesen erreicht man, wenn man in der Böddiger Straße in die Burgstraße einbiegt.

Ein kurzer steiler Fußweg führt zur Burg hinauf. Auf dem Weg finden wir eine Zeittafel, in der in alter Frakturschrift die Geschichte der Burg zusammengefasst ist.

Im Jahr 1060 war die Burg Mittelpunkt der Grafschaft zu Felsberg, die in diesem Jahr erstmals urkundlich erwähnt wird.

Im Jahr 1185 war die Burg landgräflicher Stützpunkt gegenüber der Burg Heiligenberg des Erzbistums Mainz.

Im Jahr 1238 ging die Grafschaft Felsberg an die Landgrafen von Hessen-Thüringen.

1333 erfolgte eine Verstärkung der Burgbefestigung durch den Landgrafen Heinrich II. und im Jahr 1367 schlugen die landgräflichen Ritter die „Mannen des Abtes Berthold von Hersfeld“.

60 Jahr später schlug Landgraf Ludwig I. „bei Englis 600 mainzischer Reiter“. Nicht ganz verständlich ist der nächste Eintrag aus dem Jahr 1455: „Alchymist Claus von Urbach n.d. Burg“.

Aus dem Dreißigjährigen Krieg stammt der Eintrag aus dem Jahr 1640, bei dem die Burg durch Verwüstungen stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

1761 besetzten Franzosen die Burg und befestigten sie neu.

Der letzte Eintrag auf dieser Zeittafel stammt aus dem Jahr 1761: „Hessische Jäger“ erstürmten die Burg unter Major von Linsinger (?).

Soviel konnten wir der Zeittafel entnehmen. Auf dem Weg zur Burg hinauf passieren wir eine rustikale Sitzgruppe und danach einen Schaukasten des Burgvereins Feldberg 1885, der die Besucher bittet, die Anlage sauber zu halten und Hunde an die Leine zu nehmen.

Man war zu jenem Zeitpunkt noch guter Hoffnung, die komplette Burganlage ab Ostern wieder sonn- und feiertags von 13 bis 17 Uhr öffnen zu können. Wie der aktuelle Stand ist, kann man unter www.burgverein-felsberg.de oder beim derzeitigen Vorsitzenden Horst Fenge, Telefon 05662-9318255 erfahren.

Bevor wir uns auf den Weg in den Stadtkern machten, haben wir die Burg noch einmal umrundet. Nicht nur die gewaltige Mauer, sondern auch die Basalt-Formationen und der Ausblick haben uns beeindruckt.

Von der Burg Felsberg machten wir uns auf den Weg in den Ortskern von Felsberg. Auf dem Pfad in Richtung Marktplatz können wir noch einmal eine tolle Aussicht genießen auf weite Teile des Schwalm-Eder-Kreises. Dazu bietet sich auch eine Ruhebank an.

Wir blicken noch einmal zurück auf die Burg, die auf einer Basaltkuppe in 199 Höhenmetern steht. Bei wikipedia haben wir noch folgende zusätzliche Informationen gefunden: Der romanische Unterbau der Burg aus dem 11. Jahrhundert befindet sich auf einem Säulenbasaltkegel oberhalb der Stadt Felsberg an der alten Salzstraße, die von Bad Sooden-Allendorf an der Werra in das Ruhrgebiet führte. Die Ederfurt bei Felsberg war strategisch wichtig. Die Burg war Sitz des Amtsgrafengeschlechts Velisberc, das von 1090 bis 1286 nachweisbar auf der Burg lebte, sich dann aber auf seine Besitzungen im Raum Hessisch-Lichtenau zurückzog und bald ausstarb. (Zitat Ende).

Der Weg hinab zur Nikolaikirche war deutlich steiler als unser Aufstieg vom Parkplatz in der Burgstraße. Mehr dazu im nächsten Kapitel.

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