D-1521 Auf dem Lutherweg durch Grünberg (Etappe GBR 003)

Wunderschöne Fachwerkstadt

Dort, wo der Walkweg auf die Lauterer Straße (L 3137) stößt, beginnt unser Beitrag zum Lutherweg durch Grünberg. Zum Grünberger Stadtkern ist es nicht mehr weit. Allerdings geht es kräftig aufwärts. Wer das umgehen möchte, kann mit der Linie 74 bis zum Grünberger Bahnhof fahren. In der Gegenrichtung bringt Sie diese Linie nach Laubach. (Kontaktpunkt für Tickets und Infos – www.touchandtravel.de)

Wir folgen der Lauterer Straße in nordwestlicher Richtung und überschreiten die Brücken von Flachsbach und Äscherbach. Danach lassen wir den Fußweg ins idyllische Brunnental rechts liegen und biegen wenige Schritte weiter nach rechts in die Straße Neustadt ein.

Hier passieren wir die Bushaltestelle Wasserwerk (Linien 71/72) und einen weiteren Zuweg zum Brunnental. Nachdem wir auch die Bushaltestelle Neustadt passiert haben, gehen wir auf Kopfsteinpflaster weiter. Danach biegen wir nach rechts in eine kleine Seitengasse (Hintergasse) ein und biegen vor der alten Steinmauer nach links ab. An der Mauer finden wir eine Übersichtstafel zu einem Historischen Rundweg durch Grünberg. Viele der 16 aufgeführten Sehenswürdigkeiten werden wir auf dem Lutherweg noch kennenlernen.

Wir passieren das Museum im Spital (zu Corona-Zeiten geschlossen) und wenige Schritte weiter die Hospitalkirche, die anstelle der ersten Kirche Sankt Paul in der Zeit von 1723 bis 1740 erbaut wurde.

Ein besonderes Relikt zum Lutherweg finden wir, wenn wir hinter die Mauer zur Hospitalkirche blicken. Dort steht eine hölzerne Skulptur mit folgender Inschrift: „Diese Eiche wurde am 31. Oktober 1817, dem 300jährigen Jubelfeste der Reformation gepflanzt und heute, am 10. November 1883, dem 400jährigen Geburtstage Luthers mit dieser Inschrift versehen“. Direkt vom Weg ist diese „Luthereiche“ nicht zu sehen.

Die Hintergasse verzweigt sich, wir gehen geradeaus weiter. Wir erreichen bald die Straße Brückelchen und gehen nach rechts aufwärts, passieren nach der Kreuzung der Straße Graben die Gaststätte „Clou“ und biegen dann nach links in die Judengasse ein.

Noch vor der Rabegasse, einer der Grünberger Shopping-Meilen, führt uns die Wegemarkierung nach rechts auf den direkten Weg zur Stadtkirche, die wir nach einer engen Fußgängerpassage erreichen.

Die Stadtkirche wird einer Infotafel zufolge von 1846 bis 1853 erreichtet. An ihrer Stelle stand zuvor die Marienkirche, die um 1250 erbaut wurde und 1816 einstürzte.

An der Westseite der Kirche erreichen wir in Höhe des Ehrenmals mit dem aufgesetzten Löwen über die Kronengasse den Grünberger Marktplatz, ein Highlight auf dem Lutherweg in Mittelhessen.

Herrliche Fachwerkhäuser, das historische Rathaus mit der Tourist-Information, vielfältiger Gastronomie und unzählige Infotafeln und Wegweiser. Es ist ein Knotenpunkt von zahlreichen Hauptwanderwegen und Radwegen in Hessen.

In einem Prospekt zum Historischen Rundgang durch Grünberg ist der Marktplatz die Station 1. Wir erfahren, dass er direkt an der alten Handelsstraße durch die „Kurzen Hessen“ von Frankfurt nach Mitteldeutschland entstand und liebevoll die „Gut Stubb“ genannt wird.

Eines der beeindruckendsten Bauwerke ist das Rathaus, das von Amtmann Hermann Rüdiger aus Hersfeld erbaut wurde. Der prachtvolle Renaissancebau stammt aus den Jahren 1586/87. Auch der kreisförmig gemauerte Marktbrunnen, aus dem bis 1500 Wasser geschöpft wurde, wird besonders erwähnt. Nach der Verfüllung um1820 wurde er bei Bauarbeiten für den Hessentag wieder entdeckt und mit dem „Brunnengucker“ aufgewertet.

Die beliebte Eisdiele „Venezia“ hatte selbst zu Coronazeiten (Februar 2021) großen Zuspruch. Die Gaststätten waren geschlossen und konnten nur teilweise Speisen zum Mitnehmen anbieten.

Der Marktplatz ist der Standort GRB 003 auf den Lutherweg (275 m ü. NN/UTM 0497215/5604406). Hier finden wir auch wieder eine Infotafel mit dem Titel „…heute reisen wir nach Grünberg“. Es wird angenommen, dass Luther auf dem Hinweg bereits durch Grünberg kam und auf der Rückreise in einem Fachwerkhaus an der Ecke Marktplatz/Marktgasse übernachtete. Dieses so genannte „Lutherhaus“ wurde Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen.

Wir steuern nun die nächste Etappe nach Lehnheim an und biegen vor dem Standort des Lutherhauses (zurzeit Sparkassenfiliale) nach links in die Marktgasse ein. Nach wenigen Schritten passieren wir das Gasthaus „Schirn“. Hier befand sich nach historischen Angaben ein offener Verkaufsstand, der schon vor 1550 existierte und 1738 umfassend umgebaut wurde. Erst 1976 erfolgte ein Umbau für eine moderne gastronomische Nutzung.

Am Ende der Marktgasse biegen wir vor dem Schloss nach rechts in die Rosengasse ein. An diesem Punkt befindet sich die Bushaltestelle Höfetränke (Linie 71 und 72 zum Grünberger Bahnhof). Außerdem findet man hier Infotafeln zur Radroute RRR (Römer, Residenzen, Reformatoren) und zum Projekt „Kulturhistorische Stätten im Landkreis Gießen“. Einkaufmöglichkeiten bieten die Bäckerei Lukasch und nicht weit abseits vom Wanderweg ein REWE-Markt.

Die Lutherweg-Markierung ist eingangs der Rosengasse gut hinter dem Verkehrsschild versteckt. Am Mast des Verkehrsschildes findet man die Markierung des Hessenweges Nr. 4 und des Oberhessenweges (blaues Dreieck) vor.

Rechts befindet sich das Ristorante „Bella Vita“ und links finden wir eine Tafel am Schlossbau, die uns erläutert, dass es sich hier zur Zeit von Luthers Durchreisen noch um ein ehemaliges Antoniterkloster mit Mönchsbau, Kirche und Hospital (1193-1526) handelte und der Umbau zum Schloss erst 1577 erfolgte.

Wir gehen in der Rosengasse geradeaus weiter, bis wir am überdachten Eingang einer Tiefgarage einen links abzweigenden Fußweg (gleichzeitig Hessischer Radfernweg R6) erreichen. Diesem folgen wir über den Gefängnisweg durch die Unterführung der B 49 (Alsfelder Straße) und gehen danach nach links weiter.

Wir kommen an das Rondell, den Rest eines Wehrturmes der Klostergartenmauer aus dem Jahr 1500. Zu Luthers Zeiten stand dieser Turm wahrscheinlich noch.

Wir lassen die Jahnstraße rechts liegen und gehen in der Straße Am Rondell weiter bis zur Lehnheimer Straße. Dort finden wir einen Luther-Wegweiser vor.

Zum nächsten Etappenort Lehnheim sind es von hier 2,9 km. Danach wird mit Mücke (6,6 km) schon der erste Ort im Vogelsbergkreis angesteuert. Ermenrod ist 22,1 Kilometer entfernt.

In der Gegenrichtung gibt es folgende Entfernungsangaben: Grünberg-Innenstadt 0,6 km, Wetterfeld 6,2 km und Lich 18,3 km.

Aber es gibt auch die gelb umrandete Zubringer-Markierung zum Bahnhof Grünberg (0,2 km). Wer mit der Bahn weiter reisen möchte, folgt nicht der Lehnheimer Straße, sondern der Bahnhofstraße nach rechts.

Der Lutherweg führt scharf rechts in die Lehnheimer Straße. Dort, wo von rechts die Jahnstraße in die Lehnheimer Straße mündet, endet die Beschreibung des Lutherweges durch Grünberg. Hier ist der Startpunkt zur nächsten Etappe.

 

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