D-35423 Die Peterseen im Licher Klosterwald

Waldlebensraum von überregionaler Bedeutung

Es herrschte Tauwetter am 18. Februar 2021. Nach einer Woche mit Temperaturen von fast 20 Grad minus war der Weg rund um die Peterseen im Klosterwald südlich von Lich schwer morastig. Nur wenige Zentimeter fehlten, dass die einst von den Arnsburger Zisterziensermönchen angelegten Fischteiche über die Ufer traten.

Das Naherholungsgebiet Klosterwald ist bei Ausflüglern und Spaziergängern sehr beliebt. Die ausgedehnten Parkplätze sind dementsprechend leider stark vermüllt. Nicht von den Wanderern oder Spaziergänger, sondern eher von dubiosen nächtlichen Besuchern.

Der zentrale Punkt liegt oberhalb der zurzeit immer noch unzugänglichen Graf-Otto-Hütte. Hier findet man neben der bereits seit 2003 hier existierenden (und inzwischen einmal gereinigten) Infotafel zu den „Wanderwegen Westlicher Vogelsberg“ neuerdings auch eine neue Tafel der Oberen Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Gießen. Sie trägt den Titel „FFH-Gebiet Wald um die Peterseen südwestlich Lich – Ein Waldlebensraum von überregionaler Bedeutung“. Das FFH für Flora-Fauna-Habitat steht, dürfte bekannt sein.

Aus der Tafel können wir eingangs entnehmen, dass die unterschiedlich großen Fischteiche für dieses Waldgebiet prägend sind. Nachdem die Nutzung der Fischteiche durch die Säkularisation im Jahr 1803 eingestellt wurde, folgte im Jahr 1972 die Reaktivierung der Teiche durch den Aufstau des Petersgrabens.

Weiter ist zu lesen (O-Text): „Die großflächig vorhandenen Waldbestände werden als Hochwald forstwirtschaftlich genutzt. Es handelt sich überwiegend um naturnahen Waldmeister-Buchenwald. Kleinflächig kommen Eichen-Hainbuchenwälder mit einer artenreichen und stark entwickelten Krautschicht hervor. In den Wäldern sind zahlreiche Mulden, Gräben und Gruben vorhanden“. (O-Text ENDE).

Eingehend gehen die Erläuterungen auf das Grüne Besenmoos – auch Grünes Gabelzahnmoos genannt – ein, das von wesentlicher Bedeutung für das europäische Schutzgebietssystem „Natura 2000“ ist. Diese geschützte Moosart bildet dichte Polster auf der Borke von Laubbäumen und ist meist auf Buchen in lichtdurchlässigen Wäldern mit hoher Luftfeuchtigkeit zu finden. Die Waldwirtschaft ist auf den Schutz dieser Moosart ausgerichtet.

Im zweiten Abschnitt wir darauf hingewiesen, dass in diesem Wald mehrere Fledermausarten beheimatet sind. Im einzelnen vorgestellt werden die Große Bartfledermaus, der Große Abendsegler und die Wasserfledermaus vorgestellt. Es wird darauf verwiesen, dass in Deutschland alle Fledermausarten geschützt sind.

Zu den Seltenheiten der Region gehört auch die Pfirsichblättrige Glockenblume, die in der Krautschicht der Labkraut-Eichen-Hainbuchwälder auftritt und in der Zeit von Juni bis August blüht. Auch das sommergrüne Wald-Labkraut sei eine typische Zeigerart für eine fortgeschrittene Waldentwicklung.

Der interessierte Besucher findet auch eine Übersichtskarte zum 82 Hektar großen FFH-Gebiet, dass sich beiderseits der heute zur Landstraße degradierten B 488 befindet und bis an die östliche Grenze des Klosters Arnsburg reicht.

Zuletzt wird darauf verwiesen, dass der ursprüngliche Verlauf des Petersgrabens nordwestlich der Teiche noch vorhanden ist. Hier findet man vereinzelt auch noch Ufergehölze wie Schwarzerlen und Eschen vor.

Ansprechpartner:

Hessen-Forst – Forstamt Wettenberg

Telefon 0641-460460-0

ForstamtWettenberg@forst.hessen.de

Anfahrtspunkt für Rettungsfahrzeuge: GI-306

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