2017 Im südlichen Reinhardswald (Erlebnisbericht)

Rundkursversuche an der Tillyschanze

Aus vielen früheren Besuchen in Hannoverisch Münden weiß ich, dass oberhalb der Tillyschanze ein kleines Rundwanderwegenetz existiert. Vor fast zehn Jahren waren wir mit den (damals noch kleinen) Kindern schon einmal an diesem 25 Meter hohen Aussichtsturm, der ein Museum beherbergt und tolle Ausblicke auf die Dreiflüssestadt HannMün gewährt.

Von unserer Pension Sandner in der Veckerhäger Straße stiefeln wir auf der B 3 in Richtung Stadtzentrum. Schon nach wenigen Hundert Metern erreichen wir den Aufstiegspfad, der direkt gegenüber eines Imbiss-Betriebs (Grill-Oase) liegt. Wir stoßen auf die Markierungen X 14, X 17 und M und kämpfen uns im Zickzack-Kurs auf 198 Meter Seehöhe hinauf.

In einem Magazin zur Tillyschanze (Tillyschanzenblick, Heft 7) haben wir von Renovierungsarbeiten am so genannten „Zickzackweg“ gelesen. So glaubten wir, dass es sich bei diesem Weg um den „Zickzackweg“ handelt. Das war jedoch ein Irrtum, wie wir später feststellten.

Wir passieren ein Seniorenheim, dann geht es auf einem Waldpfad weiter aufwärts. Ein alter Grenzstein aus dem Jahr 1838 macht deutlich, dass wir uns direkt an der Grenze von Hessen und Niedersachsen befinden. Das eingemeißelte KFH wird wohl für Kurfürstentum Hessen stehen, oder?

Wenige Schritte weiter ist der Gipfel erreicht. Wir finden einen Wegweiser des Weserberglandweges, ein neuer Qualitätswanderweg, vor.

Dazu eine Standortplakette mit allen wichtigen Angaben (Höhe, Geo-Daten, Notfallnummern), die stets zu einem Qualitätswanderweg mit dem Deutschen Wandersiegel gehören.

Jener Standort ist ein interessantes Plätzchen. Geht man nach links über die Brücke zum Turm, befindet man sich in Niedersachsen. Die Waldgaststätte gegenüber gehört jedoch zu Hessen. Dort machen wir uns zunächst über die Öffnungszeiten schlau (ab 11 Uhr, Montags Ruhetag), weil wir nach unserer Runde eine Einkehr geplant haben.

Ein paar Schritte weiter erreichen wir die Wandertafel, auf der vornehmlich der Weserberglandweg, aber auch drei Rundwanderwege vorgestellt werden. Wir wollen die größte Strecke (Nr. 2) über 11 Kilometer wandern und folgen alsbald der eingekreisten Nr. 2, die zunächst gleichauf mit der Nr. 1 (4,6 km) verläuft.

Auch die Markierung des Weserberglandweges ist zunächst unser Wegbegleiter (1. Etappe nach Veckerhagen 13,9 km), ebenso wie das M des Märchenlandweges.

Der Weg gabelt sich bald, wir gehen rechts weiter. Es geht leicht abwärts in nördliche Richtung. Nach 600 Metern schon erreichen wir einen asphaltierten Weg. Hier zeigt uns die Markierung der RW 1 und 2 an, dass wir scharf nach rechts abbiegen müssen. Dabei trennen sich die Rundwanderwege offenbar von den anderen Markierungen.

Wir kommen dabei ins Grübeln. Der Asphaltweg führt hinab nach HannMün. Die Stadt ist jedoch auf der Wanderkarte gar nicht eingezeichnet. Es ist der Standort 5550 (173 m ü.NN) des Weserberglandweges. Was soll’s, wir folgen der Markierung. Die Überraschung folgte schon nach etwa 200 Metern. Da stand auf einem Baum „Ende“ der RW 1 und 2. Was nun? Wir beschließen, den RW 2 abzuhaken, auf einem anderen Weg (eventuell dem Zufahrtsweg) erneut hinauf zur Tillyschanze zu gehen und dann „nur“ die mittlere Strecke zu wandern.

So kam es, dass wir nach einstündiger Wanderung wieder an der B 3 vor der „Grill-Oase“ standen. Um auf „einem anderen Weg“ zur Tillyschanze zu kommen, marschieren wir die B 3 entlang bis zur alten Fulda-Brücke und finden dort den Original-Zickzack-Weg. Eine Tafel gibt Auskunft: 490 Meter lang, 85 Höhenmeter hinauf. Auf geht’s zum zweiten Anlauf.

Der Weg macht seinem Namen alle Ehre. Schnell gewinnen wir wieder an Höhe und können uns die alte Brücke von der B3 in die Altstadt aus der Vogelperspektive betrachten. Der Zick-Zack-Weg steuert die Tillyschanze direkt über den Südhang an. Einige Touristen haben die zwei Euro für eine Burgbesichtigung mit Turmbesteigung investiert. Wir wollen aber endlich auf die Wanderstrecke.

6,6 Kilometer zeigt unser Navi an, als wir endlich auf die Rundwanderstrecke Nr. 3 starten können. Den Weg haben wir übrigens bereits komplett bei Pedestrial.de beschrieben, so dass er hier nicht mehr weiter erwähnt werden muss.

Erwähnt werden sollte aber die Waldgaststätte, die wir zum Abschluss unserer Runde besuchten. 2,20 Euro für 0,3 Liter Krombacher Pils und nur 1,30 für einen JM sind wirklich okay. Viele günstige Angebote auf der Speisekarte und freundliche Bedienung – was will man mehr.

Der Abstieg und die letzten Meter zur Ferienwohnung waren kein Problem mehr. Die Tagesbilanz: 15,85 Wanderkilometer und 387 Höhenmeter Anstiegssumme.

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