D-65385 Burgruine Ehrenfels

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Fast acht Jahrhunderte auf festem Quarzit

Wer auf dem Rhein mit einem Schiff unterwegs ist, erblickt sie genau dort, wo auch der berühmte Bingener Mäuseturm steht. Allerdings viel höher am rechten Rheinufer. Auf einer Tafel lässt sich die interessante Geschichte der Burg ablesen. Sie diente uns als Quelle zu diesem Beitrag.

Die Burg steht auf einem in halber Höhe über dem Rhein vorspringenden Bergsporn aus festem Quarzit. Man vermutet, dass dort bereits im 12. Jahrhundert ein Burgturm stand, der von Philipp von Bolanden in der Zeit von 1208 bis 1220 zu einer Burganlage erweitert wurde. Zwar erbaute er die Burg im Namen des Mainzer Erzbischofs Siegfried II., doch trug er die Kosten. Nach seinem Tod musste seine Witwe die Burg an den Mainzer Erzbischof übergeben.

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Der Mainzer Domprobst Kuno von Falkenstein ließ die Kernburg um 1350 ausbauen. Der Infotafel ist zu entnehmen, dass die Burg über Jahrhunderte als Zollstation diente. Die Einnahmen gingen zunächst an den Mainzer Erzbischof, später an das Mainzer Domkapitel. Um den Zoll einzutreiben, standen natürlich auch am Rheinufer zahlreiche Bauten, von denen jedoch keine Reste erhalten sind.

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Weiter erfährt man, dass die Burg im 15. und 16. Jahrhundert durch Fachwerkgeschosse erhöht wurde. Eine neue Umfassungsmauer wurde errichtet und im Osten entstand eine Vorburg. Außerdem wurde dein Burggarten angelegt. Die Burg überstand mehrfache Belagerungen im 30-jährigen Krieg und alle Besitzerwechsel zwischen den kaiserlichen und schwedischen Truppen. Sie wurde nicht mit Waffen, sondern durch Aushungern der Besatzung erobert. Am 20. Oktober 1688 wurde sie im Pfälzer Erbfolgekrieg von französischen Truppen besetzt. Sie sprengten die Burg bei ihrem Abzug und setzten sie in Brand. Seitdem ist die Burg Ehrenfels Ruine.

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Auf der Infotafel wird weiter aufgeführt, dass das Rheintal mit seinen mittelalterlichen Burgruinen im Laufe des 19. Jahrhunderts immer mehr zum Ziel von Besuchern aus ganz Europa wurde. Auch Johann Wolfgang von Goethe war im Jahr 1814 zu Gast. 1843 ließ Herzog Adolf von Nassau die Burg durch ein Feuerwerk festlich beleuchten.

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Im letzten Abschnitt der Tafel (Staatliche Schlösser und Gärten Hessen) wird erläutert, dass die Burg bis 1805 in Kurfürstlich Mainzer Besitz war. Mit der Säkularisation fiel sie an das Herzogtum Nassau. Nach dessen Auflösung wurde sie im Jahr 1866 preußisch. Im Besitz des Landes Hessen ist sie seit 1945 und von 1986 bis 1995 wurde sie unter Leitung des Staatsbauamtes Wiesbaden instand gesetzt. Dabei wurde die Schildmauer durch ein Erschließungsbauwerk zugänglich gemacht.

Die wichtigsten geschichtlichen Daten auf einen Blick:

Um 1220 – Errichtung der Kernburg

Um 1350 – Ausbau der Kernburg, Turmaufsätze der Schildmauer

15. und 16. Jahrhundert – Erweiterung durch die östliche Vorburg

1618-1648 – Übersteht unbeschadet den 30-jährigen Krieg

Pfingstmontag, 30. Mai 1689 – Planmäßige Sprengung und Inbrandsetzung durch die Truppen Ludwigs XIV, seitdem Ruine

19. Jahrhundert – Einsturz weiterer Bauteil, Reiseziel romantischer Rheinfahrten

Informationen:

Rüdesheim Tourist AG
Rheinstraße 29a
65385 Rüdesheim am Rhein
Telefon: 06722 90615-0
Telefax: 06722 90615-99
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