
Die Schiffsanlegestelle Wasserburg
(bm) Auf der nur 2,3 Hektar großen Halbinsel Wasserburg mit ihrem Schloss und der Pfarrkirche St. Georg schlendern wir weiter zum Schiffsanleger mit freiem Blick auf die Berge der Schweiz, Liechtensteins und Österreichs. Zur Anlegestelle gehört auch der Fischereihafen und der Sportboothafen. Passagierschiffe fahren nach Lindau, Bregenz, Konstanz und Rorschach.

Wir erleben die Einfahrt eines der Passagierschiffe der BSB-Bodenseeschifffahrt. Gleichzeitig kommt aus der selben Richtung der Zeppelin angeflogen. Dazu fahren Steh-Paddler am Landungssteg vorbei und immer mehr Radfahrer treffen vom Bodensee-Radweg hier ein.

Nicht weit von hier wurde im Frühjahr 2018 an der Mündung des Eschbachs mit dem bronzezeitlichen „Wasserburger Einbaum“ das größte und älteste je am Bodensee gefundene Transportmittel geborgen.

Durch eine dendrochronologische Altersbestimmung wurde ermittelt, dass dieses Wasserfahrzeug älter als 3150 Jahre ist. Nicht aufgefallen ist mir die Sandsteinsäule, die an den Verlust der Inseleigenschaft von Wasserburg im 18. Jahrhundert erinnern soll. Die Fugger waren es, die um 1720 einen Verbindungsdamm zur Insel aufschütten ließen.

Bei einer nachträglichen Recherche zur Halbinsel Wasserburg, erstmals 784 erstmals unter dem Namen „Wazzaburuc“ urkundlich erwähnt, erfahre ich dass die Inselfestung im 10. Jahrhundert als Zufluchtsort der Klosterherren von St. Gallen diente.

Es wird von einem Angriff der Ungarn zwischen 925 und 955 „mit Feuer und Schwert“ berichtet, der vermutlich abgewehrt werden konnte. Ausgrabungen aus dem Jahr 1993 lassen dies vermuten.