D-88142 Unterwegs auf dem Bodensee-Radweg

Besuch auf der Halbinsel Wasserburg

Vom Ortsteil Hege nach Wasserburg führen zwei direkt Wege. Beide führen über die Friedrichshafener Straße, die ab Kressbronn parallel zur B 31 über die Baden Württembergisch-Bayerische Grenze nach Lindau führt. Der kürzere und einfachere Weg führt über die Nonnenhorner Straße.

Über die Bahngleise und an der evangelischen Johanniskirche vorbei führt diese direkt ins Ortszentrum rund um den Lindenplatz. Von hier bringt uns die Halbinselstraße, wie der Name wohl leicht erraten lässt, auf die touristisch besonders stark frequentierte Halbinsel.

Sie ist mit dem Schloss Wasserburg und dem „Malhaus“, das frühere Gerichtshaus (beherbergt heute ein Museum) das Kennzeichen von Wasserburg.

Dazu gehört auch die katholische Pfarrkirche St. Georg, zu der bei wikipedia folgendes zu lesen ist: „Die im Jahr 784 erwähnte erste Kirche auf der Insel Wasserburg war vermutlich aus Holz gebaut. Der heutige Chor (Altarraum) ging aus einem gotischen Vorgängerbau (um 1400) hervor, zu dem wohl auch der Unterbau des ursprünglich spitzen Kirchturms gehörte. Im 17. Jahrhundert erhielt der Turm der Sankt-Georgs-Kirche eine welsche Haube im Stil des Augsburger Baumeisters Elias Holl.“ (O-Text Ende).

Vor der Kirche wurden meine Schwester und ich persönlich zu einem Besuch im MiM (Museum im Malhaus) eingeladen. In dem denkmalgeschützen Bauwerk aus dem Jahr 1597 wurden zwischen 1655 und 1664 unter Herrschaft des schwäbischen Kaufmannsgeschlechts der Fugger die Wasserburger Hexenprozesse abgehalten.

Das Haus war nicht nur Gerichtsgebäude, sondern auch Gefängnis. Der Hexenverfolgung fielen mindestens 25 Menschen zum Opfer.

An den 10. Mai 1871 erinnert eine Tafel an der Eiche vor der Kirche St. Georg: Der Friedensschluss in Frankfurt am Main. Hierzu ein Auszug aus der Geschichte: „1720 ließen die Fugger einen Verbindungsdamm zur Insel aufschütten. Eine Sandsteinsäule erinnert an den Verlust der Inseleigenschaft. Am 17. Februar 1750 wurde der Westflügel der Burg durch einen Brand vollständig zerstört. Wegen hoher Schulden traten die Fugger die Herrschaft Wasserburg 1755 an das Erzhaus Österreich ab. Die Österreicher richteten im Weiler Bichel eine Poststation ein, um neben dem Mailänder Boten in Lindau auch eine österreichische Poststation am See zu haben.

Im Zuge der Koalitionskriege (1792–1805) wütete 1799 und 1800 der Seekrieg auf dem Bodensee auch vor Wasserburg. Am 11. Mai 1800 wurde Bregenz schließlich von Franzosen besetzt, die über Südwestdeutschland vorgerückt waren. Wasserburg gehörte Vorderösterreich, bis das Gebiet nach dem Pressburger Frieden vom 26. Dezember 1805 zum Kurfürstentum Bayern kam, das am 1. Januar 1806 zum Königreich Bayern wurde.“ (O-Text wikipedia Ende).

Nicht so ganz barrierefrei war der Weg durch das Schloss, dass heute ein 5-Sterne-Hotel mit Restaurant beherbergt. Es wurde zwischen 1537 und 1555 als Renaissanceschloss von den Grafen von Monfort errichte Zuvor stand hier eine Burganlage der Herren von Schellenberg. Der Westflügel wurde 1750 durch einen Brand völlig zerstört und nicht mehr aufgebaut. Bis zu drei Meter stark sind die Mauern im Schlossgebäude, dass sich schon seit 1812 in Privatbesitz befindet.

Wir sind weiter auf Entdeckungskurs und steuern nun den Wasserburger Hafen an.

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