D-34560 Lohner Rundweg zum Steinkammergrab (L1)

Zum bedeutendsten Kulturdenkmal der Region

Im Rahmen eines Kurzurlaubs im Habichtswald haben Margit und ich einen interessanten Rundwanderweg im Fritzlarer Ortsteil Lohne entdeckt. Ein Prospekt hat uns auf diesen Weg aufmerksam gemacht. Darin werden gleich vier Rundwege (L1 – L4) vorgestellt. Wir haben uns für den 5,5 Kilometer langen Rundweg L1 entschieden, weil wir besonders an dem Steinkammergrab auf dieser Strecke interessiert waren. Hier ein Auszug, der die Bedeutung dieses Kulturschatzes erläutert:

ZIT: Dieses Steinkammergrab vom hessisch-westfälischen Typ wurde im Jahr 1894 entdeckt und freigelegt. Es war vor etwa 4000 Jahren die letzte Ruhestätte einer Gemeinschaft, die selbst oder deren Vorfahren aus dem äußersten Westen Europas einwanderte. Typische, vergleichbare Steinkammergräber gibt es in Frankreich, insbesondere in der Gegend von Paris. Die in die Wandsteine eingeritzten Symbole werden als Stiere und Wagen gedeutet und entsprachen wahrscheinlich der Glaubenswelt der Erbauer dieser Anlage, die zu den bedeutendsten in Europa gehört. (Auszug aus einer Infotafel des Zweckverbandes Naturpark Habichtswald).

Startpunkt ist das Dorfgemeinschaftshaus am Ende der Damenallee. Dort findet man eine Hölzerne Tafel mit Skizzen der vier Wanderwege vor. Vor dem Start lesen wir uns die Kurzbeschreibung der Strecke L1 durch. Sie hat folgenden Wortlaut:

ZIT: In westlicher Richtung verlässt man Lohne und wandert zum Steinkammergrab. Dort gibt es Sitzmöglichkeiten, die man zu einer Rast nutzen kann. Das Steinkammergrab ist eines der wichtigsten Bodendekmäler Nordhessens, es ist ein Megalithgrab (Großsteingrab). Weiter wandert man westlich, dann nördlich zum Modellflugplatz Kölnische Kanzel, dann weiter zum Lohner Holz und zum Basaltwerk. Zurück geht es durch den Dachsberg zum Lohner Grillplatz und zum Ausgangspunkt (ZIT Ende).

Ein Asphaltweg führt uns aus Lohne heraus. Weil im freien Feld kaum Markierungen angebracht werden können, findet man diese etwas verblasst auf dem Boden.

Am ersten Wegweiser trennen sich die Strecken. Der L1 verläuft immer weiter geradeaus, jetzt allerdings auf Schotter. Die Bäume am rechten Wegrand spenden bei 30 Grad Hitze nicht den erwünschten Schatten. Aber bald stehen links ein paar Obstbäume und am Ende der endlos langen Geraden legen wir vor einem Linksknick die erste kleine Pause auf einer Bank ein.

Die Wespen vermasseln das Vergnügen und wir ziehen nun in südlicher Richtung durch die Obstwiesen.

Rechter Hand wächst Mais, der im Juli 2020 so hoch stand, dass wir beinahe das Highlight der Strecke übersehen hätten. Nur 150 Meter nach einem Knick nach rechts sehen wir das Gebäude, dass das Grabmal vor Zerstörung und Diebstahl schützt.

Etwa 80 Meter geht es auf einem Asphaltweg hinauf. Dann dürfen wir das von dicken Gittern geschützte Bodendenkmal bestaunen. Auf einem Schreiben bittet der Kreisausschuss des Schwalm-Eder-Kreises um Verständnis für die Sicherungsmaßnahmen, die aufgrund zunehmender Zerstörung und dümmlicher Einritzungen unumgänglich wurden.

 

Auf einem weiteren Infoblatt werden sogar die Bedeutungen der geschichtlichen Einritzungen erläutert. Das Grab aus fast rechteckigen Sandsteinplatten ist 20 Meter lang und 3,50 Meter breit. Wie wir aus dem Prospekt erfahren, ist es in einen Vorraum und die eigentliche Grabkammer unterteilt. Neben den Knochen von mindestens 27 Toten wurden Werkzeuge aus Keramik, Stein und Knochen gefunden. Unter den Zeichnungen ist die vermutlich älteste Darstellung eines Wagenrades in Mitteleuropa zu finden.

Der Vorraum der umgitterten Grabkammer ist eine gute Rastgelegenheit. Bei schönem Wetter bietet sich auch eine weitere Sitzgruppe vor dem Gebäude an. Hier allerdings haben uns die Wespen in die Flucht gejagt.

Wir gehen wieder hinab auf den Rundweg und ändern bald den Kurs.in Richtung Norden. Endlich bieten uns die Bäume den lange erwünschten Schatten. Wir steuern auf die Kölnische Kanzel zu, wo sich ein Modellflugplatz befindet. Hier finden wir auch die Markierung weißes Quadrat (???).

Danach geht es endlich durch Wald.

Schon bald haben wir das Basaltwerk erreicht, dass uns auf dem Hinweg schon mit Blick nach Norden aufgefallen ist. Der Weg führt mitten durch die Werksanlage und mündet dann zum Glück wieder im Wald.

Bald erreichen wir eine Verzweigung, die uns vor die Wahl stellt: Entweder kurz, aber anstrengend über den Dachsberg, oder auf der im Plan mit Punkten markierten Alternativroute um den Berg herum. Aufgrund der großen Hitze wählen wir die gemütliche Variante und marschieren geradeaus weiter aus dem Wald.

Bald kommt Lohne wieder in Sicht. Unter einem Obstbaum legen wir eine letzte kleine Pause ein, biegen dann kurz vor der Bundesstraße B 450 nach rechts ab und erreichen schnell wieder das DGH.

Zusammenfassung der Lohner Wanderwege:

L1 = Steinkammergrab (5,5 km / alternativ 5,7 km

L2 = Lohner Holz (5,6 km + Zuweg 1,3 km)

L 3 = Lohne – Hasenberg – Haddamar – Lohne (8 km)

L 4 = Ostroute (12 km).

Touristinformation Fritzlar

Zwischen den Krämen 5, 34560 Fritzlar

Tel. 05622-988-643 touristinfo@fritzlar.de

www.fritzlar.de

 

 

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