F- Auf dem Alten Zöllnerweg GR 34 um die Bretagne

Auf dem Alten Zöllnerweg GR 34 um die Bretagne

Etappe 7 von Locquirec nach Santec (Finistère)

Hinkelsteine, Fische, Meer und mehr

Der Wanderweg GR-34, der einmal entlang der bretonischen Küste führt, gilt als einer der beliebtesten in ganz Frankreich und einer der schönsten in ganz Europa.

Die 1600 km Wege sind gut mit rot-weißen Markierungen gekennzeichnet. Hat man eine wichtige Abzweigung verfehlt, folgt meinst eine durchgestrichene Markierung. Manch überwachsener Pfad ist nur in einer Richtung zu bewandern. Man nimmt Rücksicht, grüßt und macht Platz.

Verwunschener Weg an der Küste …

Wer die 1600 Kilometer nicht an einem Stück erwandern möchte, kann sich auch eine Etappe vornehmen. Die alten Zöllnerwege wurden einst zur Überwachung der Küsten und zum Schutz vor Schmugglern angelegt. Besonders die bretonischen Küsten waren anhand der zerklüfteten Küsten idealer Anlegeplatz für Schmugglerschiffe. Asterix soll hier gelebt haben. Er und Obelix jagten in den bretonischen Wäldern Wildschweine, trugen Hinkelsteine (Menhire) durch die Gegend und verteidigten ihr Dorf. Fische gibts hier heute übrigens nur ganz fangfrisch ;-).

Besonders viele schöne Aussichtspunkte, „Points“, hat die Etappe 7 von Locquirec nach Santec (Finistère).

Die „Pointe´s“ sind ins Meer ragende Spitzen oder Klippen aus Stein und Felsen, oft mit Leuchttürmen bestückt. Diese Strecke misst 108 km. An den Wegrändern schützen hohe Büsche und Kiefern die Klippen, daneben grasen Kühe oder stehen einsame Häuschen Wacht. An vielen der kleinen Strände zwischen den Points kann man Segler und Surfer beobachten. Manche Buchten sind zum einsamen Baden geeignet. Auch die größeren Orte mit ihren Stadtstränden sind, wie in Primel-Trégastel, keinesfalls  touristisch überfüllt oder mit Animation bestückt. Alles ganz ruhig und entspannt. Auf jeden Fall ab Mitte August 🙂

Start ist im Küstenstädtchen Locquirec am „Place de la France libre“. Es gibt dort direkt am Strand und dem Zöllnerpfades einen schönen Campingplatz: http://www.campinglocquirec.com/.

Entlang der Baie de Lannion über Saint-Jean-Du-Doigt und Plougasnou führt der Zöllnerpfad von Ost nach West zum „Pointe de Primel“ bei Primel-Trégastel, Ortsteil von Plougasnou. Hier ist ein Menhir zu besichtigen, Zeuge der Megalithkultur, an der in der Bretagne kein Weg vorbei geht (oder viele, wie mans nimmt).

Pointe de Primel

Dort zu empfehlen sei auch das „Café de Primel“. Man sitzt direkt am Meer mit Blick auf den Point de Primel und schlürft genüßlich ein Getränk oder genießt kleine Speisen.

Nach ein paar Kletterübungen habe ich ihn gefunden, den Menhir in Primel. Fotografiert mit „Nostalgiefilter“.

Menhir am Pointe de Primel

 

Ab nun geht es ein Stück Richtung Süden entlang der Baie de Morlaie und wieder hoch bis nach Santec. Unterwegs gibt es erstaunliche wunderschöne Dörfer und Weiler aus Steinhäusern, wild geschmückt mit Blumen. Urige Dorfkneipen, „Bar Café Tabac“, Bäckereien „Boulangerie“ und Tante Emma Läden gibt es in kleineren Dörfern, in größeren Orten die typischen Wochenmärkte mit Produkten der Region, Ständen mit Kunst und Klamotten und natürlich einem Supermarché.

Zum Übernachten hat es in nahezu jeder Bucht einen Campingplatz. Oder Gites (Ferienhäuser, oft typisch bretonische Steinhäuschen), chambres d´hotes (Privatzimmer und Pensionen), und B&B´s für jeden Geldbeutel. Sehr hilfreich ist hier die offizielle Seite des Tourismusverband Bretagne für die Strecken- und Übernachtungswahl:

https://www.bretagne-reisen.de/darauf-habe-ich-lust/wandern-in-der-bretagne/gr-34-der-zoellnerpfad/

Bretonische Spezialitäten, die ich erwähnen muss: Galettes, dünne Buchweizenpfannkuchen, in die alles mögliche eingewickelt wird: Süßes, Bratwürstchen mit Senf, oder Schinken-Käse, das ist das Original. Den Gateaux Bretonne, ein deftiger Butterkuchen. Und Muscheln, Meeresfrüchte, fangfrischen Fisch ohne Ende. Eine Auster beim Fischhändler kostet 90 Cent. Frisch aus dem Meer. Typische alkoholische Getränke aus dem Apfel wären der Cidre (milder Apfelwein), Pommeau (Aperitif aus Apfelsaft und Calvados) oder der hochprozentige Calvados. Oder einfach eine köstliche Apfeltarte.

Entfernung: 108,31 km, Maximale Höhe: 86 m, Minimale Höhe: 1 m (Angaben aus www.gr-infos.com)


Empfehlung in Sachen Asterix: Abstecher ins „Gallische Dorf“ Le Village Gaulois – Parc du Radôme, 22560 Pleumeur-Bodou, http://www.levillagegaulois.org/index.php?lg=de

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