D-86720 Das Nördlinger RiesKraterMuseum

Planet unter kosmischem Bombardement

Mit der kaum vorstellbaren Geschwindigkeit von 70.000 km/h krachte vor rund 15 Millionen Jahren ein Asteroid auf die Erde. Mit einem Durchmesser von etwa einem Kilometer erzeugte er eine Energie, die der von 100.000 Hiroshima-Bomben entspricht. Im Umkreis von 100 Kilometern wurde alles Leben vernichtet. Dies geschah im heutigen Deutschland. Das Nördlinger Ries ist ein fast kreisrunder Impaktkrater mit einem Durchmesser von etwa 25 Kilometern. Suevit ist der Name eines neuen Gesteins, dass bei dem Einschlag neben verschiedenen Hochdruckmineralien entstand. Sogar Diamante wurden dabei gebildet.

In der beeindruckenden Altstadt von Nördlingen hat man im über 500 Jahre alten „Holzhofstadel“ vor 25 Jahren das „RiesKraterMuseum“ eingerichtet. Hier bekommt der Besucher zahlreiche sektakuläre Originalexponate – Inpaktgesteine, Meteoriten, echtes Mondgestein und Fossilien – zu sehen. Abbildungen, Texttafeln, Filme und interaktive Medien bieten weitere Einblicke in das spektakuläre Ereignis vor 15 Millionen Jahren.

Das Museum ist sehr übersichtlich und ansprechend gestaltet. Der Besucher kann sich zunächst bei einer Viedeo-Doku eine Übersicht verschaffen, bevor dann einzelne Themenbereiche angesteuert werden können. „Planetenoberfläche unter dem Bombardement kosmischer Projektile“ ist eines solcher Themenbereiche. Hier erfährt man, dass unser Planet von einem Atmosphären-Schutzschild umgeben ist, der über 99 % der Masse der einfallenden Körper verglühen lässt (Meteore) oder auf Fallgeschwindigkeit abbremst (Meteorite). Nur weinige große Körper mit mehr als 10 Tonnen Gewicht erreichen die Oberfläche mit kosmischen Geschwindigkeiten von 40.000 bis 250.000 km/h und erzeugen große Einschlagskrater.

SUEVIT

Auch wird dargestellt, wie das Leben in den Naturraum Nördlinger Ries nach der Katastrophe zurückkehrte. In einem Prospekt des „Museums im Krater“ ist zu lesen (ZITAT): „Methoden und Erkenntnisse der Impaktforschung und Kratergeologie werden erläutert, ebenso wie Themenbereiche, die den Kontext und die Bedeutung des Ries-Ereignisses erst erkennen lassen: Unser Sonnensystem, Kometen, Asteroiden, Meteoriten sowie die besondere Rolle von Impaktereignissen generell in der Entwicklung unseres Planetensystems und unserer Erde“. (ZITAT ENDE)

Zur geografischen Lage des Einschlagskraters bei Nördlingen ist folgendes zu lesen: „In der Mitte des Städtedreieckes München-Nürnberg-Stuttgart an der Grenze zwischen Schwäbischer und Fränkischer Alb liegt die fast kreisförmige Ebene (…). Die eigentliche, nicht mehr als 100 Meter tief eingesenkte Ebene wird als Ries (…) das sanftwellige Umland als VORRIES bezeichnet“ (…).

Zu Krater und Umland zur Stunde Null wird erläutert, dass der Einschlag eine Zone der Verwüstung von fast 200 Kilometern Durchmesser hinterließ. Originaltext: „Im Kraterinneren herrschte eine ungeheure Hitze. Kilometergroße Gesteinsbrocken aus Granit, Gneis und Sedimentgestein bildeten den Rahmen der Megablock-Zone zwischen Kraterrand und innerem Ring. Bis zu einem Abstand von etwa 25 Km vom damals etwa 100 Meter höheren Kraterrand bedeckte eine zusammenhängende Schicht von Auswurfmaterial das Umland. Das Leben, Pflanzen wie Tiere, war hier schon vor der Ablagerung der Auswurfmassen durch die Hitze- und Druckwelle ausgelöscht worden.

Man könnte an dieser Stelle noch weitere einzelne Themenbereiche aufgreifen. Besser ist es, man schaut es sich einfach mal selber an und nimmt an einer der Führungen teil. Hier die nötigen Kontaktdaten:

Nördlinger RiesKraterMuseum

Eugene-Shoemaker-Platz 1

86720 Nördlingen

Tel. (09081) 84710, Fax 84720

rieskratermuseum@noerdlingen.de

www.rieskrater-mueum.de

Öffnungszeiten:

Osterferien bis einschließlich Herbsferien (Bayern) Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 16.30 Uhr, ansonsten Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 12.00 Uhr und 13.30 bis 16.30 Uhr.

Eintrittspreis: Erwachsene 4,50 Euro, Familienkarte 9,50 Euro, Gruppenpreise (ab 20 Personen) 3,- Euro, Senioren 3,- Euro, Studenten 2,50 Euro, Schüler 1,50 Euro. Fürhungsgebühr 40 Euro, Sonderführung 45, Euro. Das Museum ist barrierefrei.

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