TR 6112 Taunus-Rhön-Wanderweg – 12. Etappe

Von Lauterbach auf den Steinberg (7 km)

Lauterbach hat ohne Zweifel einen längeren Aufenthalt verdient. Die Kreisstadt des Vogelsbergkreises, auch als „Tor zum östlichen Vogelsberg“ bekannt, ist ein wahres Schmuckstück des Hessenlandes. Es wird noch einmal recht anstrengend auf dieser knapp 15 Kilometer langen Etappe, denn der Steinberg mit seinem 490 Meter hohen Gipfel steht als nächstes Ziel auf dem Plan. Decken Sie sich vor dem Aufbruch gut mit Proviant ein, denn es bestehen keinerlei Einkehrmöglichkeiten.

Ans Ufer der Lauter

Der alten Erzählung vom verlorenen Strumpf in Lauterbach wurde vor der Stadtmühle (Tourist-Center) ein Denkmal gesetzt. Von dort gehen Sie links an der Stadtmühle vorbei und biegen nach wenigen Schritten (vor der DAK-Niederlassung) links ab.

Sie gelangen in die Straße „Am Graben“ (Fußgängerzone) mit ihren herrlichen und farbenfrohen Fachwerkhäusern. Nach einer Fußgängerschikane erblicken Sie links den Ankerturm, der nach 1266 erbaut wurde und früher auch Narrenturm genannt wurde.

Er diente als Portal-, Wach- und zeitweise auch als Schuldturm. Direkt daneben befindet sich die schmucke Gaststätte „Am Ankerturm“. Hier finden Sie zahlreiche Markierungen vor: Das blaue und weiße Band, das blaue Kreuz und den Hessenweg Nr. 11. Sie folgen weiter der Straße „Am Graben“ geradeaus und passieren auch das Geburtshaus von Fritz Selbmann (* 29. September 1899), Schriftsteller, Minister und Parteifunktionär in der ehemaligen DDR, dessen vorherrschendes Motiv die Kämpfe um die sozialistische Planerfüllung war.

Nach etwa 250 Metern verlassen Sie die herrlichen Fachwerkensembles. Sie passieren die Sparkasse, überqueren eine Querstraße (Bleichstraße) geradeaus und wandern in der Lauterstraße weiter. Neben dem Blauen Ring sind nur noch das blaue Band und die Markierung des Hessen-Radweges R 7 (Basalt-Tour) ihre Wegbegleiter. Sie passieren auch die Kreuzung der Straße Am Kreppelstein und kurz darauf die breite Fuldaer Straße (B 254) geradeaus und gelangen direkt an das Ufer der Lauter. Sie folgen dem Wegweiser in Richtung Bahnhof und wandern auf einem Fußweg durch eine Aue, in der das Brenderwasser in die Lauter fließt.

Nach der kleinen Brücke führt Sie der Kiesweg zum Mühlweg hinauf. Am Eingang zur „Schlagmühle“ biegen Sie links ab, folgen dem Mühlweg um eine Linkskurve und blicken bald auf den Lauterbacher Nordbahnhof. Am Ende des Mühlweges gehen Sie jedoch nach rechts über die Bahngleise.

Vom Nordbahnhof auf den Kugelberg

Ab den Bahngleisen folgen Sie der Landstraße L 3140 (Fritz-Ebel-Allee) auf etwa 200 Metern und biegen dann rechts in die Vaitsbergstraße ein. Nun marschieren Sie durch das östliche Industriegebiet der Stadt Lauterbach mit dem Stützpunkt des Technischen Hilfswerkes. Am Ende der Vaitsbergstraße stehen Sie vor einem roten Backsteinturm (Travoturm) und biegen davor links ab, dem Wegweiser zum Hunde-Übungsplatz folgend. Ihr neuer Wegbegleiter ist neben dem blauen Ring nur noch der weiße Punkt. Sie passieren das Betriebsgebäude der Druckerei Zielke und marschieren kräftig aufwärts in den Wald. Bereits nach 250 Metern kommen Sie wieder aus dem Waldstück heraus. Vor dem Eingang zum Hunde-Übungsplatz befindet sich ein Wegestern, an dem Sie links abbiegen. Etwa 400 Meter folgen Sie nun einem von Bäumen und Hecken gesäumten Weg durch Streuobstwiesen. Sie passieren das „Haus am Kirschberg“, eine Einrichtung des Vereins „Hilfe für das verlassene Kind“, und wandern auf der Zufahrtsstraße geradeaus weiter. Am Waldrand (Gemarkung Hanskaschen Nr. 7) biegen Sie rechts ab und durchwandern ein kleines Waldstück am Südhang des Kugelbergs (Gipfelhöhe 416 m). Nach einer Hochspannungsleitung gelangen Sie an eine Kreuzung. Hier gehen Sie geradeaus auf einem Grasweg weiter und kommen nach einer kleinen Kuppe (383) erneut in den Wald.

 

Am Waldrand vergabelt sich der Weg. Sie gehen links weiter und lassen die nach etwa 100 Metern folgende Rechtsabzweigung außer Acht. Nach weiteren 60 Metern (aufwärts) gelangen Sie auf einen Schotterweg an der Umzäunung einer Schießanlage (Betreten des Geländes verboten – Lebensgefahr). Sie behalten hier die Richtung bei und durchwandern eine gelb-schwarze Sperrschranke. Kurz darauf haben Sie die Anhöhe „Trimets Hölzchen“ (Abt. Nr. 8) auf knapp 400 Höhenmetern erreicht.

Naturgenuss auf verwilderten Wegen

Auf der Kuppe von „Trimets Hölzchen“ biegen Sie rechts ab und folgen einem breiten Waldweg abwärts. Hier ist Aufmerksamkeit geboten: Schon nach etwa 80 Metern müssen Sie den Hauptweg nach links verlassen und auf einem etwas verwilderten Grasweg weiter wandern (leicht zu übersehen). An dieser Stelle verabschieden Sie sich von der Markierung weißer Punkt. Der verwilderte Weg verengt sich zum Waldpfad und nimmt nach etwa 150 Metern wieder etwas komfortablere Formen an. Er führt durch eine Senke und kurz darauf an eine Vergabelung, bei der Sie nach rechts weiter marschieren. Es geht wieder abwärts und der Weg verliert wieder an Qualität. Gewaltige Kiefern prägen dieses herrliche Stück Natur. Den Rechtsabzweig an einer Kiefer mit der Nummer 75 lassen Sie außer Acht und gehen auf dem schmalen Pfad weiter abwärts. Nach 180 Metern quert ein breiter Waldweg. Sie behalten jedoch die Richtung bei und wandern auf dem Pfad weiter. Der Pfad dürfte bei Nässe recht rutschig sein und ist somit für Personen mit körperlicher Einschränkung nicht geeignet. Stolperfallen, Brennnesseln und Morast sollten Ihnen jedoch den Blick für die herrliche Waldlandschaft nicht trüben. Nach etwa einem halben Kilometer erreichen Sie ein Wegedreieck und gehen dort in gleich bleibender Richtung weiter.

Aufstieg zum Sattelstein

Der Weg führt Sie in eine Wiesenaue mit einem kleinen Bachlauf. Bereits nach 100 Metern erreichen Sie wieder den Waldrand. Dort biegen Sie rechts ab und beginnen damit den Aufstieg auf die Südflanke des Dörrebergs. Nach 520 Metern aufwärts auf einem breiten Forstweg lassen Sie eine erste Abzweigung rechts liegen. Nach weiteren 180 Metern folgt eine Vergabelung, an der Sie rechts (1) abbiegen.

Nun geht es durch einen herrlichen Fichtenwald mitunter rechts steil aufwärts. In einer Linkskurve mit Ruhebank lassen Sie zwei rechts abzweigende Graswege außer Acht. (Gemarkung Dörreberg Abt. 35, Gemeinde Wartenberg). Nun folgt ein sehr anstrengendes Teilstück mit 60 Höhenmetern auf 210 Metern Wegstrecke. Auf 451 m ü. NN kreuzt dann ein Querweg. Ein Wegweiser in Gegenrichtung verrät Ihnen, dass Sie von Lauterbach aus bereits 6 Kilometer gemeistert haben. Sie gehen geradeaus weiter und folgen dem Wegweiser in Richtung Steinberg/Sattelstein. Als neuer Wegbegleiter taucht ein gekipptes Häkchen auf.

Nach nur 25 Metern quert der Wanderweg nach Wartenbach. Sie überquerten diesen Weg und biegen nach wenigen Schritten links in einen etwas verwilderten Grasweg ein. Der Weg steigt zunächst leicht, dann aber sehr steil an. Nach 30 Metern (und gleichzeitig 30 Höhenmetern) erreichen Sie eine Verzweigung und folgen dem linken Weg. Es geht immer noch bergan und nach weiteren 30 Metern gelangen Sie wieder an einen Querweg (Markierung: weißes W). Diesem folgen Sie nach rechts und erblicken nach wenigen Schritten halblinks den Aufstiegspfad zum Gipfel. Noch einmal ist ein anstrengendes Stück zu überwinden, dann haben Sie den mächtigen Felsen des Sattelsteins auf 486 Höhenmetern erreicht.

Zum Gipfel des Steinbergs (490 m ü NN) sind es nur noch wenige Schritte. Mit dem Erreichen dieses Gipfels haben Sie die letzte große Herausforderung des Taunus-Rhön-Wanderweges gemeistert. Der dichte Baumbewuchs lässt leider keine Ausblicke auf die Region zu.

Der Sattelsteinfelsen, ein 10 x 10 Meter großer Basalt, auf 486 Höhenmetern. Eine Sage rankt sich um einen Ritter, der hier mit dem Teufel um sein Leben gewürfelt hat. Der Ritter gewann und der Teufel sei mit Pferdefüßen auf den Stein geflüchtet. Daher findet man eingeschlagene Pferdehufe auf dem Basaltbrocken.

Übersicht Streckenaufteilung:

6100 Taunus-Rhön-Wanderweg – Übersicht

6101 Taunus-Rhön-Wanderweg – 1. Etappe Bad Nauheim – Steinfurth 5 km

6102 Taunus-Rhön-Wanderweg – 2. Etappe Steinfurth – Münzenberg 9 km

6103 Taunus-Rhön-Wanderweg – 3. Etappe Münzenberg – Kloster Arnsburg 6 km

6104 Taunus-Rhön-Wanderweg – 4. Etappe Kloster Arnsburg – Lich 4 km

6105 Taunus-Rhön-Wanderweg – 5. Etappe Lich – Nonnenroth 9 km

6106 Taunus-Rhön-Wanderweg – 6. Etappe Nonnenroth – Laubach 8 km

6107 Taunus-Rhön-Wanderweg – 7. Etappe Laubach – Grünes Meer 8 km

6108 Taunus-Rhön-Wanderweg – 8. Etappe Grünes Meer – Petershainer Hof 8 km

6109 Taunus-Rhön-Wanderweg – 9. Etappe Petershainer Hof – Ulrichstein 6 km

6110 Taunus-Rhön-Wanderweg – 10. Etappe Ulrichstein – Dirlammen 9 km

6111 Taunus-Rhön-Wanderweg – 11. Etappe Dirlammen – Lauterbach 9 km

6112 Taunus-Rhön-Wanderweg – 12. Etappe Lauterbach – Steinberg 7 km

6113 Taunus-Rhön-Wanderweg – 13. Etappe Steinberg – Schlitz 8 km

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