A-8872 Auf Tour in den Nockbergen (8)

Von Lammersbach nach Millstatt

Erlebnisbericht vom 14. August 2013 – nachbearbeitet im Dezember 2017

Start- bzw. Anknüpfpunkt:

Hotel – Gasthof Lammersdorf

Lammersdorf 10

A-9872 Millstatt

Tel. +43 (0) 4766 – 2148

e-Mail: gasthof@lammersdorf.at

www.lammersdorf.at

Auf der herrlichen Panorama-Terrassse des Gasthofs Lammersdorf war mal richtig Entspannung angesagt. Bei einem kühlen GÖSSER BIER blieb es nicht und aufgrund der freundlichen Beratung durch die Bedienung verkürzten wir unsere Routenplanung. Über Kleindombra und die Klangschlucht wollten wir gehen. Aber es kam irgendwie anders.

Immerhin hatten wir schon eine Anstiegssumme von 437 Metern (ab Döbriach) auf der GPS-Anzeige und höher hinaus wollten wir nicht mehr. Wir gingen vom Gasthof Lammersdorf die Hauptstraße weiter und marschierten nach 50 Metern links ab. Auf dem Weg 33a ging es ohne große Anstrengung hinab zur herrlichen Pöllantschlucht. Der Weg wurde steiler und steiler und schließlich überquerten wir eine kleine Brücke.

So steil wie hinab führte uns der herrliche, schattige Serpentinenpfad anschließend wieder aufwärts. Hier verließen wir den Weg 33a, wollten auf der Nummer 35 weiter gehen, fanden diese aber nicht. So folgten wir der Nummer 33, dem so genannten „Steinschichtweg“. Er führte uns über einen Wiesenpfad in Richtung Kanzel, einem herrlichen Aussichtspunkt.

Diesen erreichten wir dann nach 9,4 Tageskilometern (ab Döbriach) und schauten aus 768 Metern Seehöhe die Felsen hinab auf Millstatt und den See.

Unser Wanderkamerad Ödi, der sich sonst eher zögerlich allen Abgründen nähert, wagte sich todesmutig bis an den Rand des Felsen, legte sich dort aber sicherheitshalber flach auf den Grund. Weit  unten war ein Campingplatz und die Hauptstraße am Seeufer zu sehen.

Wir folgten nach einer kurzen Aussichtspause weiter dem Weg Nr. 33. Die nächste angekündigte Station „Zwerchsee“ haben wir irgendwie überlaufen. Aber das Tagesziel Millstatt war nicht mehr weit. Auf herrlichen Wegen und über eine weitere Bachbrücke ging es immer weiter talwärts. Schließlich blicken wir an einer Ruhebank direkt auf Millstatt hinab.

Der Pfad Nr. 33 verläuft immer weiter oberhalb des schönen Touristenstädtchens. Überall baut man Villen mit „traumhaften Ausblicken“. Die Preise dafür werden wohl auch „traumhaft“ sein. Durch die vielen Baustellen scheint unser Abstiegsweg zum Ort irgendwie verloren gegangen zu sein. Irgendwann beschließen wir, dem nächsten Weg abwärts einfach zu folgen. Es dauerte jedoch noch lange, bis wir diesen fanden.

Bald darauf waren wir endlich an der Strandpromenade.

An Hotels und Restaurants, Strandbars und Parks, zahlreichen Freizeiteinrichtungen vorbei erreichten wir schließlich die Anlegestelle des Fährboots. Hier hatten wir uns mit Heide für die Rückfahrt verabredet. Auf dem Weg konnten wir auch die Statue des Heiligen Domitian und eine Info-Tafel zum Domitian-Pilgerweg bestaunen (siehe Diskurs am Ende dieses Berichts). Unser ursprüngliches Ziel war eigentlich der „Höfler“, ein Almgasthof mit Empfehlung der Einheimischen. Doch das hätten wir an diesem Tag nicht mehr geschafft. Außerdem hätten wir noch einmal kräftig aufwärts wandern müssen. Nein, hier ist Schluss für heute. 12,8 Kilometer und rund 600 Meter Anstiegssumme sollten genug sein.

Wir schauen auf dem Fahrplan der Bootsfähre und stellen fest, dass die letzte vor einer halben Stunde gen Spittal an der Drau weiter geschippert ist.

Allerdings kommt da noch ein Schiff mit Kurs auf unsere Anlegestelle angefahren. Das allerdings nahm nur Passagiere für eine Sommernachtsfahrt mit Live-Musik auf. So riefen wir Heide an und teilten mit, dass wir in

Peter Marcetti’s Restaurant am See

Koordinaten: N 46 Grad 48.111 – E 13 Grad 34.186

Seehöhe 596 m ü. NN

angekommen sind. Dort saßen wir auf einer Terrasse direkt am Wasser. Heide und Fenja kamen auch bald hinzu und staunten über die frechen Spatzen, die uns um die Füße turnten.

Nach einem kleinen Umtrunk hatten wir auf dem Weg zu Heide’s ausgewähltem Parkplatz noch Gelegenheit, das Schloss zu bestaunen. Dann gings zurück nach Döbriach und am Abend wurde wie an den Vortagen beim „Kirchenwirt“ gefeiert und geschlemmt.

Einkehr- und Übernachtungstipp:

Marcetti’s Restaurant und Hotel

Internet

Empfohlene Wanderkarte:

KOMPASS 066 Millstätter See (1:25.000)

Preis vor Ort im August 2013: 7,95 Euro

Zum Domitian-Pfad:

Der Domitian-Pilgerweg weist sechs Stationen christlich-kultureller Denkmäler innerhalb der Gemeinde Millstatt auf. Einschließlich der Besichtigungen sollten laut oben stehendem Plan 7 bis 8 Stunden eingeplant werden, gutes Schuhwerk mit Profilsohlen wird empfohlen. Auf der Infotafel heißt es: Auf dem Weg zieht man an traumhaften Aussichtspunkten und lieblichen Bächen vorbei und geht über Wiesen, durch Felder, schattige Waldwege und idyllische Orte am Hochpleateau. Ausgewählte Psalme geben diesem Weg einen Pilgercharakter und dem Wanderer einen Denkanstoß sowie zusätzliche Kraft.

Infolink: www.domitianweg.at

An der Statue des Heiligen Domitian am Seeufer von Millstadt erfuhren wir erst, dass es sich nicht- wie von uns zunächst angenommen – um den römischen Kaiser Domitian (Titus Flavius Domitianus) handelte. Der sagenumwobene Gründer von Millstadt lebte um das Jahr 800 und soll – nachdem er zum Christentum konvertierte – der Legende zufolge 1000 heidnische Statuen (Milie Statuae) in den See geworfen haben. Davon soll der Name „Millstadt“ herrühren. Die Statue ist ein Werk von Prof. Giorgio Igne (Sacile/Friaul) aus dem Jahr 1994.

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