D-32735 Die Burgruine Reichenbach

Ersterwähnung 1133

Genaues weiß man nicht, verdeutlicht die mit vielen Fragezeichen versehene Zeittafel des Reichenbacher Burgvereins. Man vermutet, dass die Burg um 1050 von den Grafen von Reichenbach errichtet wurde und die Ersterwähnung eines Grafen Gozmar I von Reichenbach im Jahr 1089 aus einer Fälschung hervorgeht. Die erste gesicherte Nennung eines Grafen Gozmar von Reichenbach II, Hochvogt von Fulda 1109-1139, geht ins Jahr 1133 zurück. Durch die Heirat zwischen Friedrich, Sohn des Landgrafen Ludwigs II von Thüringen und der Erbtochter Lukardis von Ziegenhain-Reichenbach gelangt die Burg im Jahr 1186 als Erbteil an Thüringen. In den Jahren 1189/90 kaufte Erzbischof Konrad von Mainz einen Teil der Burg und nach Erbstreitigkeiten um 1220 wurde sie von Landgraf Ludwig von Thüringen nach längerer Belagerung erobert. Dessen Bruder Konrad gelangte 1233 vertragsmäßig in den Besitz, doch 1249 erfolgte die Rückeroberung durch Sophie von Brabant für ihren unmündigen Sohn Heinrich, dem späteren ersten Landgrafen von Hessen. Ab 1315 führt die Zeittafel ein Amt Reichenbach mit einem Vogt auf. Die Burg ist in dieser Zeit Jagdschloss des hessischen Landgrafen.

Von 1376 bis 1390 leitet Landgraf Hermann seine kriegerischen Unternehmungen gegen seine Gegner, den Landgrafen Balthasar von Thüringen und Herzog Otto von Braunschweig im Sternenkrieg 1370-72 von hier aus. Dann macht die Zeittafel einen Sprung ins Jahr 1471. Vermutlich an Vergiftung stirbt am 5. November Landgraf Ludwig II auf der Burg. Um 1490 verliert die Burg an Bedeutung, da der Amtssitz nach Hessisch-Lichtenau übertragen wurde.

(Foto von Info-Tafel)

In der Folgezeit bis 1540 dienen Teile der Burg als Zehntscheune. Vermutlich auf Befehl von Kaiser Karl V wurde die Burg Mitte des 16. Jahrhunderts zerstört und diente der Bevölkerung fortan als Steinbruch. Doch bis ins Jahr 1697 werden beide Türme noch als erhalten erwähnt. Einem Eintrag im Kirchenbuch Reichenbach zufolge, stürzte der größere Turm im Osten der Ringmauer am 12. Dezember 1820 ein. Der noch bestehende Turm wurde in den Jahren 1899 bis 1901 als Aussichtsturm ausgebaut. In der Folgezeit war man vielfältig um die Erhaltung des Turms bemüht und seit 1966 kümmert sich der Burgverein um alle Instandsetzungsarbeiten.

Sitzgruppen auf dem Burggelände laden zum Verweilen ein.

Die Schautafeln zeigen nicht nur Skizzen, alte Postkarten und Zeichnungen, sondern auch Fotos, die Gottfried Ganßauge 1934 nach umfangreichen Ausgrabungen anfertigte.

Aktualitätshinweis: Die Burgruine Reichenbach haben wir beim Besuch der letzten EVG-Wanderung der Natürfreunde Fürstenberg in Hessisch-Lichtenau im Mai 2009 kennen gelernt. Leider warer zu diesem zeitpunkt Sanierungsarbeiten im Gange.

Postanschrift:

Burgverein Reichenbach

Postfach 1241

37235 Hessisch-Lichtenau

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