3-26-20c Von der Semmelburg zum Kanapee (Pohovka)

Wandern in der Mehlrinne

Der folgende, ebenfalls sehr kurze Wegabschnitt ist wieder das, was man als Traumpfad bezeichnen möchte. Links die Sandsteinfelsen, rechts ein tiefer Abgrund und immer wieder herrliche Ausblicke. Obwohl wir zuletzt durch verschneite Landschaft wanderten (April 2013), konnten wir über die Reize der Region nur staunen. Manchmal machten aber gerade Schnee und Eis den besonderen Reiz aus. Gewaltige Eiszapfen hingen bedrohlich über uns, eine Gefahr, die man nicht unterschätzen sollte. Überhaupt ist es es nicht ratsam, den gesamten Abschnitt von Mezni Louka nach Jetrichovice bei Schnee oder Eis abzuwandern.

Holzriese

Und dann taucht schon die nächste Infotafel auf, die uns wissen lässt, dass wir uns an der „Katastergrenze in der Mehlrinne“ befinden. Unter anderem erfährt man hier, dass die Vermessungsarbeiten auf der Herrschaft Böhmisch Kamnitz im Jahr 1830 begannen und das dabei ein so genannter Theodolit zum Einsatz kam.

Theodolit

Dort, wo einst ein so genannter Holzriese verlief, führt uns unser Wanderweg nun steiler aufwärts. Auch in diesem Abschnitt sind einige rutschige Passagen zu überwinden. Und immer wieder finden wir die neu angebrachten Tafeln des „Lehrpfades Dittersbacher Felsen“ vor. Wir erreichen den Punkt, wo im 19. Jahrhundert ein so genannter Holzriese mit dem Namen „Gärtner Blos“ (Smyk Gärtner Blos) in Betrieb war. Hier wird folgendes erläutert (ZITAT): Im zergliederten Gelände der Böhmischen Schweiz war die Holzbeförderung problematisch. Bäche und Flüsse wie etwa Kamnitz und Kirnizsch waren die Haupttransportwege. Aus den unzugänglichen Waldgebieten wurde das Holz mit so genannten Holzriesen an die Wege gebracht. Manche endeten an einem Felsrand, vn wo die Stämme direkt ins Wasser fielen. Die meisten dieser Konstruktionen waren für das kurze Holz bestimmt. Riesen zum Transport von längeren Baumstämmen entstanden nur selten. Falls der Holztransport über die Holzriese (auch Husche, Ploße oder Laaße genant) über private Grundstücke verlief, wurden die Besitzer entschädigt. Die Forstleute mussten rechtzeitig bekannt geben, wann ein Holztransport stattfindet. Die Besitzer mussten dann die Wege frei halten (ZITAT ENDE).

Mehr oder weniger steil aufwärts geht es nun weiter, gleichauf mit dem Lehrpfad Dittersbacher Felsen. Bald ist der Kreuzungspunkt „Pohovka“ erreicht. Hier lädt eine lange, leicht verzierte Holzbank zum Verschnaufen ein. Natürlich wurden wir auch hier wieder bestens über die Bedeutung dieses Punktes informiert. Pohovka steht für Kanapee – und folgendes ist darüber zu lesen (ZITAT): Die meistfrequentierten Wege wurden mit der Tourismusentwicklung seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach und nach mit ersten Wegweisern und Bänken versehen. In der Nähe des Prebischtors, aber auch hier, zeigten sich unmittelbar danach auch in den Karten die neuen Ortsnamen „Kanapee“. Die Tradition eines Rastplatzes auf der Kreuzung des Budersdorfer Weges mit dem Kleinen Nassen Grund und dem Hohlerweg ist jedoch noch älter. Schon auf der Karte aus dem Jahr 1794 wird diese Stelle als „auf der Ruh“ markiert. Die Verbesserung des Weges in Richtung Dittersbach im 19. Jahrhundert ist ein großes Verdienst des fürstlichen Oberförsters Rudolf Georg Kessler. Zu seinem Andenken installierte hier im Jahre 1882 die Dittersbacher Sektion des Bergvereins einige Meter unterhalb der Kreuzung eine Marmortafel. Die mächtige Aufschüttung des neuen Weges durchkreuzte den Verlauf eines älteren Weges, welcher der uralten abgebauten Eisensteiggang verfolgte (ZITAT ENDE).

Kanapee-Rast

An diesem Verzweigungspunkt könnten Sie dem grünen Balken nach rechts auf kürzerem, steil abwärts führendem Wege nach Jetrichovice folgen. Der E 3 aber hat bis dahin jedoch noch einige Abenteuer mit Ihnen vor. Vom Pod Saunstejnem haben Sie nunmehr 5 Kilometer geschafft, auf tschechischem Boden sind Sie nunmehr 21 Kilometer unterwegs.