D-36341 Die Stadtmühle zu Lauterbach

Das Wahrzeichen der Kreisstadt beherbergt heute das Tourist-Center

Lauterbach, Kreisstadt des Vogelsbergkreises mit knapp 15.000 Einwohnern, gehört zu den beliebtesten Luftkurorten in Hessen und bezaubert seine Besucher mit einem Reichtum an bemerkenswerten historischen Bauwerken. Zu diesen gehört die Stadtmühle, ein spitzgiebeliges, schlankes Steinhaus, das sich über Jahrhunderte im Besitz der Freiherren Riedesel befand und durch seine harte Bausubstanz verheerenden Feuersbrünsten und dem Eisdruck des schmelzenden Mühlwassers widerstand. Seit Mai 2006 beherbergt das alteWahrzeichen der Stadt die Informationszentrale für den stetig wachsenden Besucherandrang.

Die Geschichte der Stadtmühle

Man findet die Stadtmühle mitten im Altstadtkern mit seinen historischen Fachwerkhäusern und Resten der mittelalterlichen Wehranlage. Ein kleines Faltblatt mit einer Zeichnung des Gebäudes auf der Titelseite gibt Aufschluss über die wechselvolle Geschichte des Gebäudes. Prof. Dr. Karl-August Helfenbein hat die Geschichte in diesem Faltblatt zusammengefasst. Das heutige Haus wurde 1628 erbaut und wird kunstgeschichtlich der späten Gotik zugeordnet. Wie ihre Vorgänger wurde die Stadtmühle am zentral fließenden Mühlgraben errichtet und befand sich über Jahrhunderte im Besitz der Landesherren, der Freiherrn Riedesel. In dieser Zeit diente sie als Ziegel- oder Klinkermühle. Hier wurde nicht nur frischer Ton bereitet und gemischt, sondern auch Mehl als Dünger aus mürben Ziegelsteinen hergestellt. Wie den Ausführungen Prof. Helfenbeins zu entnehmen ist, widerstand der Stein- und Adelsbau dem Eisdruck des schmelzenden Mühlwassers und begrenzte das Ausmaß verheerender Feuersbrunst. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Mühle von der Stadt Lauterbach erworben und bis in die 1920er Jahre an die Müllersfamilie Möbus/Rinke verpachtet.

Vielfältige Nutzung im 20. Jahrhundert

Wie der Chronik weiter zu entnehmen ist, baute die Stadt nach 1920 ein Turbinenwerk ein, das in Notzeiten während des 2. Weltkrieges der lokalen Stromversorgung diente. In Erdeschoss und erstem Stock richtete man mietgünstige Wohnungen für größere Familien ein und von 1937 bis 1939 schmückte ein Storchennest den First des Hauses. Einem alten Volksglauben nach schützte ein solches Storchennest die Hausbewohner vor Bränden. Die hohen Kellergewölbe dienten in den 1960er Jahren als Museumsräume. Hier wurde neben zeittypischen Mietskutschen auch das Schlagwerk einer alten Ölmühle aufbewahrt. Diese wurde 1820 am südwestlichen Fuß des Eichküppels errichtet und versorgte die Bürger der Stadt bis zum 2. Weltkrieg mit Rüböl. Wie aus der Chronik Prof. Helfenbeins weiter hervorgeht, konnte das historisch aufschlussreiche Kernstück der so genannten „obersten Schlagmühle“ nach einem Brand der Stadtmühle im Jahr 1984 vor der Vernichtung bewahrt werden. Der Wiederaufbau, besonders die historische Außenrestauration, wurde dadurch erleichtert, weil die hohen Bruchsteinmauern der Brandhitze standhielten.

Rund um die Stadtmühle

Im Zentrum von Lauterbach steht die Stadtmühle als glanzvolles Denkmal eines frühen Industrieviertels, eingerahmt von einer Loh- und Papiermühle und von zwei Brauhäusern. Rechts neben dem Eingang findet der Besucher in einer Glasvitrine die kunstvollen und detailgetreuen Modelle historischer Lauterbacher Bauwerke. Zur Linken zeigt eine Zeichnung des Lauterbacher Künstlers Heinrich Meyer die Abbildung des alten Türmertores, das bis 1818 an jener Stelle stand und dann abgerissen wurde. Es handelte sich hierbei um das Westtor der ersten Befestigung Lauterbachs zur Stadterhebung 1266 durch Abt Bertho von Leibholz, Fulda. Das Tor wurde vermutlich im Zuge der Stadterweiterung von 1380 als Mittelpunkttor erhöht und mit einer Turmstube versehen. Von hier hielt tagsüber der Stadtturmmann Feuerwache. Direkt vor der Stadtmühle erinnert ein Denkmal an das bekannte Lauterbacher Lied vom „verlorenen Strumpf“ und wendet man sich von hier dem Löwendenkmal zu, ist links das Hohaus-Schloss mit dem Hohaus-Museum zu sehen.

Passendes Ambiente für wichtige Aufgabe

Nach der Renovierung der Stadtmühle beherbergte die Stadtmühle von 1988 bis 2004 ein Lehrstudio der traditionsreichen Töpferei Leonhard Bauer. Erst im Mai 2006 fanden die Mitarbeiterinnen des Fremdenverkehrsbüros, die zuvor in einem kleinen Hinterzimmer neben der „Pforte“ des Rathauses untergebracht waren, dort ihr neues Domizil. Bei der Einweihung am 12. Mai mit Handwerkern, Fachleuten aus der Touristikbranche und Kommunalpolitikern lobten die Redner das gelungene Werk und hoben die Bedeutung des Fremdenverkehrs als Wirtschaftsfaktor der Zukunft hervor. Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller sprach von einem „angemessenen Ambiente für die wichtige Aufgabe der Tourismusförderung“. Gäste und Bürger erhielten in diesem historischen Bauwerk vielfältige Informationen und eine „qualifizierte und hervorragende fachliche Beratung“. Der Dank des Bürgermeisters galt Professor Dr. Karl-August Helfenbein, der für diesen Tag wesentliche Informationen über die Geschichte des Hauses zusammengetragen hatte. Dazu ein Auszug aus dem Lauterbacher Anzeiger vom 13. Mai 2006: Vollmöller verwies auf die rund 40-prozentige Steigerung der Übernachtungszahlen im Jahr 2005. Gerade der Ausbau des Vulkanradweges habe Region und Stadt einen enormen Entwicklungsschub für den Tourismus gebracht, was für die Richtigkeit des Engagements zum Bau dieses Radweges spreche. „Unsere Aufgabe wird es sein, mit Hilfe des Tourist-Centers, des Lauterbacher Verkehrsvereins und der regionalen Tourismusorganisation diese positive Entwicklung weiter zu fördern und aktiv auszubauen. Dazu gehört auch ein angemessener und repräsentativer Standort für die Tourismusförderung.“

Erreichbar:
Über die B 254 von der A 5, Abfahrt Alsfeld-Ost und der A 7, Abfahrt Fulda-Süd. Über die B 275 von Friedberg/Gedern bzw. über Schlitz (A 7 Hünfeld/Schlitz) oder mit der Bahn Lauterbach-Nord – Fulda/Gießen (ICE-Bahnhof Fulda).

Typisches:
Lauterbach, die Kreisstadt des Vogelsbergkreises, liegt in der Mitte Deutschlands. Die günstige Verkehrsanbindung zwischen den Autobahnachsen Nord/Süd und Ost/West, preiswerte Grundstücke, Investitionsförderung, zuverlässige, gut ausgebildete Facharbeitskräfte sprechen für Lauterbach als den zentralen Wirtschaftsstandort. Dabei sind die Gewerbegebiete der Stadt gut in das Landschaftsbild eingefügt. Dem Besucher stellt sich daher die Kreisstadt in der Außenzone des „Naturparks Hoher Vogelsberg“ mit seiner waldreichen Mittelgebirgslandschaft auch als Urlaubs-, Erlebnis- und Einkaufsstadt dar.

Fremdenverkehrsstadt:
Lauterbach ist „staatlich anerkannter Luftkurort“ mit einer breit gestreuten Palette von Hotels, Pensionen, Privatzimmern und Ferienwohnungen. Ausgezeichnete Gastronomiebetriebe bieten alles – von rustikaler heimischer Kost bis hin zu internationalen Spezialitäten. Viele Einrichtungen, Aktivitäten und attraktive Veranstaltungen laden zum Mitmachen ein. Mehr als 150 km markierte Wege helfen, durch „beobachtendes Wandern“ unseren Lebensraum kennen zu lernen. Für Informationen und individuelle Beratung steht Ihnen zur Verfügung: Verkehrsverein Lauterbach – Tourist-Center in der Stadtmühle, 36332 Lauterbach Telefon: 06641/184-112 o. Telefax: 06641/184-212

Sehenswürdigkeiten:
Altstadtkern mit historischen Fachwerkhäusern und Resten der mittelalterlichen Wehranlage – Ankerturm; „Gerberviertel“ an der Lauter mit Promenade und Schrittsteinen mit Strolchdenkmal; Barock-Rokoko-Stadtkirche – Fachwerkkirchen in Heblos und Rimlos – klassizistische Kirche in Maar; Burg, Stadtschloss Hohhaus mit Museum, Schloss und Park Eisenbach, Schloss Sickendorf; Stadtmühle, Strumpfbrunnen, Schulbogen; Goldener Esel – das längste Fachwerkgebäude in Hessen; Jugendstilhalle in der Kernstadt, Jugendstilfachwerk in fast allen Stadtteilen, Gründerzeitbauten; „Vogelsberger Urgestein“ am Hasenköppel, Altholzinsel am Hainig – Aussichtsturm.

Freizeiteinrichtungen:
Freizeit- und Erlebnisbad „Die Welle“ (Brandungswellen, Riesenrutschbahn, Sauna, Dampfbad, Solargrotten, Bar, Restaurant), Eissporthalle (Eislauf, Eishockey, Eisstock – Oktober bis März), Freischwimmbad, 18-Loch-Golfanlage, Sportplätze und Sporthallen, Tennishalle, Tennisplätze, Reithalle, Sportschießstand, Boule-Platz, Minigolfanlage, Freilandschach, Kneipp-Anlage, Jugendcafé, Diskothek, Billard-Center, Kegelzentrum, Squash und Fitness Center, Sportflugplatz, Modellfluganlage, Angelgewässer, Wanderwege und Vulkan-Radweg.

Kulturelle Einrichtungen und Veranstaltungen:
Regionalmuseum, Hohhaus-Bibliothek, Stadtbücherei, Pfingstmusiktage, Hohhaus-Konzerte im Rokokosaal, Musik in der Stadtkirche, moderne Musik, Stadtparkkonzerte, Rock im Steinbruch; Theater, Lesungen, Kabarett, Literatur, Kino, Film- und Diavorträge, Museumsgespräche, Kunstausstellungen; Stadtführungen, geführte Wanderungen, Kutsch- und Planwagenfahrten, Ferienspiele.

Märkte und Feste:
Wochenmarkt (jeweils donnerstags), Frühlingsmarkt (Vierzehn Tage vor Ostern),  Lauterbacher Prämienmarkt – das größte Volksfest der Region (Samstag vor bis Sonntag nach Fronleichnam), Romantische Nacht an der Lauter (1. Wochenende im Juli), Hainigfest (1. Sonntag im August), Lauterbacher Stadtfest/Golden Hits (2. September-Wochenende), Internationaler Töpfermarkt (2. September-Wochenende). Antiquitätenmarkt Sickendorf (1. Wochenende im Monat – April bis Oktober), Herbstmarkt (erster Sonntag im November)), Historischer Weihnachtsmarkt (im Dezember).

Öffnungszeiten Tourist-Center Stadtmühle, Marktplatz 1

November – März

Montag – Freitag 10.00 – 13.00 Uhr und 14.00 – 16.00 Uhr

April – Oktober

Montag – Freitag 09.00 – 13.00 Uhr und 14.00 – 17.00 Uhr

Samstag 11.00 – 13.00 Uhr

Hohhaus-Museum
Berliner Platz 1
36341 Lauterbach
Tel: 06641 2402
Fax: 06641 640794
E-Mail: info@hohhaus.de

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag und Sonntag:
10 bis 12 Uhr und
14 bis 17 Uhr

Samstag:
14 bis 17 Uhr
Montag: geschlossen

Stadtführung

Eine Führung durch den historischen Stadtkern einschließlich

der Ev. Stadtkirche dauert ca. 1,5 Stunden und kostet 40,– €

Anmeldung:

Tourist-Center Stadtmühle · Marktplatz 1 (Berliner Platz) · 36341 Lauterbach ·

Tel. 06641/184-112 · Fax 06641/184-212 · freecall: 08000 Lauter (0800 0528837)

E-Mail: info@lauterbach-hessen.de

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