WP 04-33 Wachturm am Schrenzer

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Richtpunkt zur Absteckung der Limeslinie

Am 31. Mai 2012 besuchten wir die Wachturm-Rekonstruktion auf dem Schrenzer oberhalb von Butzbach im Rahmen einer Streckenerfassung des Limes-Wanderweges. Auch hier befinden sich aufschlussreiche Infotafeln. Eine der Tafeln trägt den Titel „Wachtürme am Limes“ und befasst sich im Detail mit dem Wachposten Wp 4/33.

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Der Tafel ist zu entnehmen, dass das römische Militär vor der Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. Einen Holzturm mit Ringgraben am Schrenzer errichteten. Später entstand dort ein Steinturm, dessen Grundmauern erhalten sind. Er diente als Richtpunkt zur Absteckung der jüngeren, begradigten Limeslinie, die das Militär kurz nach seinem Bau anlegte.

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Die dort befindliche Rekonstruktion entstand über dem Standort des Holzturms und wurde kurz nach den Grabungen der Reichs-Limeskommission angelegt. Sie entsprach dem damaligen Wissenstand, nach neueren Erkenntnissen hat sie jedoch nicht viel mit dem tatsächlichen Aussehen römischer Wachtürme gemein. Holz- und Steintürme hatten vermutlich drei Stockwerke und waren sieben bis neun Meter hoch. Das von außen nicht zugängliche Erdgeschoss diente als Stau- und Vorratsraum, nur mit einer Leiter kam man in den Turm. Von der umlaufenden Galerie wurden die Grenzen beobachtet und Signale von Turm zu Turm gesendet. Die Steintürme waren in der Regel weiß verputzt und um den Eindruck von Quadermauerwerk entstehen zu lassen, wurden die Fugen der Außenmauern rot ausgemalt.

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Quelle: Infotafel Unesco-Welterbe Limes, „Wachtürme am Limes“ (Wp 4/33)

 

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