D-56290 Die Geierlay im Hunsrück

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 Deutschlands längste Hängebrücke

Mörsdorf – ein etwas tristes kleines Dorf bei Kastellaun im Hunsrück. Von Gießen aus sind es rund 165 km Anfahrt, egal ob man die Route über Wiesbaden und Bingen oder über Limburg und Koblenz wählt. Eine Viertelmillion Menschen aus vielen Nationen haben sich im letzten halben Jahr auf den Weg nach Mörsdorf gemacht und noch viel weitere Anfahrten dafür in Kauf genommen. Der Grund dafür ist die GEIERLAY, die längste Hängeseilbrücke Deutschlands. Etwas schwindelfrei und trittsicher sollte man sein, wenn man diese neuzeitliche Touristenattraktion überqueren will.

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Die Hängeseilbrücke ist 360 Meter lang und bis zu 100 Metern hoch. Am Anfang und am Ende wird der Überstieg recht steil. Da sollte man bei Nässe rutschfeste Schuhe tragen und bei Eisglätte ganz auf eine Überquerung verzichten. Die Gefahr eines Absturzes besteht allerdings nicht. Das Bauwerk ist sehr sicher konstruiert.

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Erster Anlaufpunkt ist das Besucherzentrum in der Kastellauner Straße 23. Es ist eine hölzerne Halle mit Restaurant, öffentlichem WC und Kiosk. Hier oder am gläsernen Info-Häuschen schnappt man sich einen Flyer, auf dem unter anderem die Wege zum Brückenkopf beschrieben sind. Die Parkgebühren (2,- Euro/4 Stunden) sollte man unbedingt investieren, denn das Parken in den Dorfstraßen ist nur mit Anwohnerplakette erlaubt. Ansonsten zahlt man nichts für dieses luftige Erlebnis.

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Vom Besucherzentrum führt ein 1,8 Kilometer langer befestigter Weg zur Brücke. Auf diesem Weg findet man mehrere Informationstafeln zur Windenergie-Nutzung, über die man sich auch im örtlichen Museum im Alten Rathaus intensiv informieren kann.

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Eine ideale Kombination von Abenteuer und Naturerlebnis bietet die Geierlay-Schleife, ein 6,4 Kilometer langer Rundweg, der am südlichen Dorfrand beginnt und sich mit einem kleinen Abschnitt des Saar-Hunsrück-Steigs vereint. Wenn man auf einem der beiden möglichen Zugangswege den nördlichen Brückenkopf erreicht hat, ist man vom Anblick des Bauwerks wahrlich überwältigt. Auch dann, wenn man wie wir einen trüben und regnerischen Tag erwischt hat – oder auch gerade deswegen.

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Der vom Tal aufziehende Dunst verleiht dem Anblick eine besondere Note. Bei schönerem Wetter könnte Hochbetrieb auf der Brücke herrschen. Doch kein Grund zur Sorge: De Brücke hält dem Gewicht von 500 Personen stand. Der atemberaubenden Höhe wird man sich besonders bewusst, wenn man auf die Wanderwege und die Fußgänger hinab schaut.

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An unserem regnerischen Besuchstag Anfang August 2016 haben sich die meisten Touristen dazu entschieden, nach der Brückenüberquerung auf dem Zuweg wieder zurück zu gehen. Dies sei auch allen, die nicht so gut zu Fuß sind, dringend empfohlen, denn letztlich sind mehr als 100 Höhenmeter von der Talsohle bis zum Besucherzentrum zu überwinden. Wer aber konsequent auf der Geierlay-Schleife bleibt oder einen anderen Rückweg durch das Tal nach Mörsdorf wählt, wird mit einem herrlichen Naturerlebnis und völlig anderen Blicken auf das Brückenbauwerk entschädigt.

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So zum Beispiel vom Aussichtspunkt Kellerlay, den man schon nach wenigen Minuten erreicht. Danach geht es weiter steil abwärts und in der Talsohle ist ein plätschernder Bach zu überwinden. Das geht bequem über eine Brücke oder auch etwas abenteuerlicher über flache Steine. Am anderen Ufer beginnt der Aufstieg. Der Pfad wird immer nach und nach steiler, aber die Naturlandschaft belohnt die Mühe. Nimmt man sich Zeit, diese Landschaft zu genießen, wird der Aufstieg auch weniger mühsam. Am Ende des Pfades ist noch eine Treppe zu überwinden und schon kommen die ersten Häuser von Mörsdorf in Sicht. Von hier sind es noch zehn Gehminuten zum Besucherzentrum. Gästhäuser und ein Bäckerladen bieten sich auf dem Weg durch das Dorf zur Einkehr an und zum Abschluss könnte man sich auch Kaffee und Kuchen im Museums-Café gönnen. Und natürlich freut auch das Restaurant im Besucherzentrum auf seine Gäste.

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Alle näheren Infos und auch einen Videofilm über den abenteuerlichen Bau der Hängeseilbrücke finden Sie unter www.geierlay.de

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