D-35745 Das Herborner Schloss

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Einst Waffenschmiede und Schnapsbrennerei

„Herborn – so bunt wie das Leben“ lautet ein Slogan, mit dem die Stadt Herborn den Tourismus ankurbeln möchte. In der Tat ist Herborn eine sehenswerte Stadt mit kaum zählbaren architektonischen und kulturhistorischen Highlights. Dort wurden kleine Täfelchen zur kurzen Erläuterung der Bauwerke und ihrer Entstehung angebracht. Tafel Nr. 1 beschreibt das Schloss. Zu lesen ist darauf kurz und knapp: Erwähnt 1350; Hauptbau 1416 bis 1438; Nassauische Residenz. Heute Sitz des Theologischen Seminars der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

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Wir haben zum Glück noch eine andere Tafel des Westerwald-Vereins gefunden, die etwas mehr an Information zu bieten hat. Dort steht, dass das Schloss wahrscheinlich zur Zeit der Herborner Stadtwerdung um 1250 erbaut wurde und die urkundliche Erstnennung ins Jahr 1341 zurück führt. Adelige aus der Umgebung waren die ersten Burgmannen. Sie erhielten Nutzungsrechte und waren zum Schutz von Burg und Stadt verpflichtet. Ein Jahrhundert lang gab es der Chronik zufolge verschiedene Besitzer (Nassau-Dillenburg, Nassau-Merenberg, Beilstein, aber auch Hessen). Weiterhin ist zu lesen: „Vielleicht schon 1259, sicher aber 1684 wurden in der Burg bzw. im Schloss Münzen geprägt. Als Waffenschmiede eingerichtet baute man hier anno 1444 etwa 30 schmiedeeiserne Geschütze.“

Zur 1584 gegründeten Herborner Hohen Schule wird ausgeführt, dass sie zunächst mit Vorlesungsräumen, Wohnungen für Professoren und Studenten, Bibliothek und Küche und dem angegliederten Gymnasium in der Anlage untergebracht. Da die Anlage später unter Herrschaft von Nassau-Dillenburg als Witwensitz genutzt wurde, erfolgte 1630 ein schlossartiger Umbau. Weiter wird von Verkaufsabsichten (1810) und dem vorübergehenden Betrieb einer Branntweinbrennerei in den Kellerräumen (1815) berichtet. Nach einer Renovierung (1840) beherbergte die Anlage die herzogliche Rezeptur und das Kreisamt.

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Das bereits auf der kleinen Tafel erwähnte Theologische Seminar der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau für angehende Pfarrerinnen und Pfarrer befindet sich hier seit 1866. Letztlich wird noch angefügt, dass das Schloss im Krieg 1870-71 ein Lazareth beherbergte.

Nähere Informationen:

Tourist-Information Herborn

Hauptstraße 39

35745 Herborn

Tel. 02772-708-1900

tourist@herborn.de

www.herborn.de

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