D-56410 Schusterjungen-Weg in Montabaur

Interessanter IVV-Permanentweg

Wer auf der Autobahn A 3 die Grenze von Hessen zu Rheinland-Pfalz passiert, kann es nicht übersehen, das prächtige Schloss zu Montabaur. Was der Auto-Reisende jedoch nicht sehen kann, ist die nicht minder beeindruckende Altstadt. Die lernt man beim Schusterjungen-Weg, einem Permanentwanderweg des Internationalen Volkssport-Verbandes (IVV), ausgiebig kennen.

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Start und Ziel: Bft-Tankstelle Rademacher, Koblenzer Straße 19, 56410 Montabaur

Streckenlänge 10 km

Startzeiten: Werktags ab 7.00 Uhr, sonntags ab 8.00 Uhr, Zielschluss 20.00 Uhr.

Veranstalter: Volkssportclub Schusterjungen, Montabaur

Auskunft: Wolfgang Müller, Hollerer Straße 11a, 56412 Niederelbert, Tel. 02602/2522

Internet: www.dvv-wandern.de/montabaur

e-Mail: schusterjungen.mt@onlinehome.de

Notruftelefon: 0171-2464578.

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Der Schusterjunge ist nicht nur Symbolfigur des Ausrichtervereins, sondern auch Wahrzeichen der Stadt Montabaur. Der Volkssportclub freut sich über jeden Wandergast und weist darauf hin, dass die Strecke von jedermann, ob jung oder alt, erwandert werden kann. „Auch wenn´nicht alles vollkommen sein sollte, wie es unsere Absicht ist, glauben wir, dass die Wanderung für Sie eine Bereicherung sein wird“, heißt es in der Begrüßung. Gabi Roesser und Gerd Baumung haben sich davon bei einer Wanderung am 11. Februar 2012 davon überzeugen können.

Wichtig ist im Vorfeld, die Ausschreibung unter www.dvv-wandern.de/montabaur

als PDF-Datei herunterzuladen und auszudrucken. Darin befindet sich nämlich auch die Wegbeschreibung. Die Strecke ist zwar bestens markiert (hellgraue Schilder mit rotem Aufdruck und Schusterjungenlogo), doch mit Wegbeschreibung hat man eine Absicherung mehr in der Hand und weiß vor allen Dingen auch, wo sich die beiden Selbstkontrollen befinden.

Den Startpunkt findet man, wenn man die A 3 über die B 49/B 255 verlässt, dann in Richtung Koblenz fährt. Die dritte Zufahrt nach Montabaur bringt sie direkt in die Koblenzer Straße.

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Im ersten Abschnitt der Wanderung durchwandert man ein Wohngebiet der Stadt und gelangt auf den Panoramaweg. Hier bietet sich ein schöner Ausblick auf das Schloss. Zurück auf der Koblenzer Straße geht es dann in die herrliche Altstadt. Man kommt hier aus dem Staunen kaum heraus. An zahlreichen historischen Gebäuden wurden kleine Infotafeln angebracht. Hier zwei Beispiele:

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Das Alte Gymnasium

Eine Infotafel am Gebäude erläutert, dass im Jahre 1838 der parallel zur Kirchstraße gelegene Flügel des Gebäudes für die Elementarschule gebaut wurde. Nachdem seit 1840 hier eine Realschule eingerichtet wurde, zogen ab 1868 Schüler und Lehrer des Progymnasiums ein. Erst 1871 wurde die Schule zum Vollgymnasium und erhielt den Namen „Kaiser Wilhelm Gymnasium“. Der Ostflügel wurde im Jahr 1896 angebaut. Ab 1958/60 wurde das Gymnasium im Westen der Stadt und später im Schulzentrum wesentlich erweitert.

Das Rathaus

Im Mittelalter war das Rathaus Amtshaus der Schöffen, des Stadtrates und des Bürgermeisters. Das Schöffenkollegium übte unter Vorsitz des Stadtschultheiß die Blutgerichtsbarkeit in Stadt und Raum Montabaur aus. Symbol für die Hochgerichtsbarkeit war der „Rote Löwe“, eine Skulptur, deren name sich auf das Rathaus übertrug. Ein Bürgermeister wird erstmals 1359 erwähnt. Vor dem Rathaus empfing der jeweils neu gewählte Kurfürst von Trier die Huldigung der Stadt. Das erste Rathaus wurde 1534 Opfer des großen Stadtbrandes. Das zweite Stadthaus wurde 1540 vollendet. Dieser Bau wurde 1866 abgerissen und von einem nassauischen Baumeister in gotischem Stil neu errichtet. Heute ist das Rathaus Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung von Montabaur.

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Es würde den Rahmen sprengen, alle Sehenswürdigkeiten hier darzustellen. Erwähnt seien noch die evangelische Pauluskirche, die am 27. Oktober 1875 eingeweiht wurde, die herrlichen Fachwerkhäuser rund um den „Großen Markt“ und den „Kleinen Markt“ und natürlich das Schloss, das man nach dem ersten „Altstadtbummel“ auf einem kleinen Waldpfad umrundet.

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Man kehrt schließlich zum „Kleinen Markt“ zurück und erblickt im Steinweg an einem Gebäude rechter Hand eine Schusterjungen-Figur. Daneben ist folgendes zu lesen: „Er zeigt Euch mit erhobner Hand, was ihr auch tut, tut mit Verstand. Wer das nicht beachtet gründlich, dem zeigt er noch was – viertelstündlich.“

Unmittelbar stößt man auf das Moderne Montabaur – den Konrad-Adenauer-Platz mit dem Schusterjungen-Brunnen. Über die Wilhelm-Manges-Straße und dem Gasthaus „La Villa“ gelangt man zum Wolfsturm. Auch hier informiert eine kleine Schautafel:

Der Wolfsturm ist mit zwei Stockwerken und einer Gesamthöhe von 20 Metern der größte Turm der mittelalterlichen Stadtbefestigung. In alter Zeit hatte der Turm keinen Zinnenkranz. Dieser wurde erst bei einer Renovierung 1969 aufgesetzt. 1746 hatte der Turm ein fünfseitiges Schieferdach. Der vermutlich mittelalterliche Name „Wolfsturm“ meint nicht das Tier, sondern mittelhochdeutsch den „merkaere“, den „Aufpasser“ oder den „Beobachter“. Eine Funktion, die der Turm hinsichtlich des an dieser Stelle relativ offenen Geländes wahrnahm.

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Über Straßen, die nach großen deutschen Flüssen benannt wurden, führt der Wanderweg nun aus Montabaur heraus. Man passiert schließlich das Hallenbad und gelangt auf eine Art Multifunktional-Wanderstrecke. Sie dient als Waldlehrpfad, als Trimmpfad mit Trimmgeräten und als Nordic-Walking-Technik-Lernpfad. Dementsprechend stark ist der Abschnitt auch frequentiert (besonders an den Wochenenden). Man kann hier wirklich viel lernen. Der Wendepunkt der Wanderung befindet sich an einer Schutzhütte. Es handelt sich dabei um die Köhlerhütte. Der Nachbau eines Kohlenmeilers soll an die fast ausgestorbene Arbeit eines Köhlers erinnern.

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Der weitere Weg führt am Bieberichsbach entlang zurück zum Hallenbad. Hier stellt man fest, dass zahlreiche Fernwanderwege den IVV-Permanentweg tangieren.

Unter anderem: Der Europäische Fernwanderweg Nr. 1 (Nordsee, Bodensee, Gotthard, Mittelmeer – Markierung weißes X), der Wanderweg Vallendar, Montabaur, Hadamar, Weilburg des Westerwaldvereins (Markierung weißes IV), und der Wanderweg Bad Honnef – Koblenz des Westerwaldvereins (weißes +).

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Zuletzt gelangt man wieder auf den Panoramaweg oberhalb eines großflächigen Parks und genießt noch einmal den Ausblick auf die Stadt. Eine wirklich reizvolle Wanderung, die man jedermann/frau weiterempfehlen kann. Nur für Kinderwagen ist sie nach Angaben des Veranstalters nicht geeignet.

Hinweis:

In einer kostenfreien Broschüre „Kleiner Stadtführer – Montabaur“ finden sie zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten detailliertere Beschreibungen. Sie ist erhältlich bei der Tourist-Information gegenüber der katholischen Kirche.

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