EIF 02-03 Auf dem Eifelsteig (2. Etappe, 3. Abschnitt)

Von Kaiser Karls Bettstatt nach Mützenich (2,5 km)

Wir haben diesen kleinen Abschnitt des Eifelsteigs beim Erwandern des Monschauer Rundweges Nr. 26 (Durch Kaiser Karls Jagdrevier) kennengelernt. Es ist der 3. Abschnitt auf der zweiten Etappe, die auf 17 Kilometern von Roetgen zur Tuchmacherstadt Monschau führt.

Vom höchsten Punkt des gesamten 313 Kilometer langen Eifelsteigs, dem Eifelblick auf dem Stehling (658 m) führt die Strecke an ein besonderes Highlight: Kaiser Karls Bettstatt.

Es ist ein gewaltiger Quarzitblock, der mit 500 Millionen Jahren zu den ältesten Gesteinen des Erdaltertums gehört. Vor diesem Naturdenkmal befindet sich eine Schutzhütte und rund um den Stein gibt es weitere Rastmöglichkeiten.

Eine große Tafel erzählt uns die Geschichte von „Kaiser Karls Bettstatt“ (O-Text): „Der Sage nach hat auf diesem großen Quarzitblock einst Kaiser Karl der Große auf einem seiner Jagdzüge unfreiwillig genächtigt. Er, der leidenschaftliche Jäger, war wieder einmal mit seinem Gefolge im Reichswald auf der Jagd. Laut hallte das Trara der Jagdhörner, das freudige Gebell der flinken Hundemeute und das Geschrei der Treiber und an deren Spitze der edle Kaiser auf feurigem Hengste, der die Fährte eines Hirsches oder Auerochsen verfolgte. Doch der Reichswald war ghroß und das Dickicht und die Sumpflandschaft machten die Gegend unübersichtlich. So irrte man bix zum Einbruch der Dunkelheit durch den Wald, weit entfernt vom Königshofe in Konzen.

Einer seiner Mannen entdeckte dann inmitten bärtiger Tannen einen mächtigen Felsblock und sodann wurde beschlossen, hier das Nachtlager aufzuschlagen. Da Kaiser Karl der Große die Gestalt eines Hünen hatte, nahm er den flachen Fels als Bett an. Noch heute ist anhand der Dellen im Stein zu sehen, wo Kopf und Füße gelegen haben sollen.

Damit der Kaiser in Ruhe schlafen konnte, hat einer seiner Diener auf dem kleinen Fels daneben die Wacht über ihn gehalten.

Aus dem Volksmund ist nun zu erfahren, dass der Diener seinem Herrn vor dem Einschlafen, der kalten Nacht wegen, eine Mütze angeboten habe, Kaiser Karl aber wohl im platten Deutsch mit den Worten MÜTZE NICH diese gut gemeinte Geste seines Dieners ablehnte.

Diese für den Kaiser unerhebliche Äußerung hatte jedoch später für das Dorf Mützenich die Folge, seinen Namen zu erhalten. Was man allerdings über diesen Fels aus der Historie tatsächlich weiß, ist, dass er einst als Grenzmarkierung des Grundbesitzes des Reichensteiner Präminstratenserklosters diente.

Geologisch betrachtet ist dieser Stein interessant, weil dieser Quarzitblock doch zur ältesten Gesteinsart im Monschauer Land zählt. Aber auch gewisse Anzeichen um den Stein herum weisen darauf hin, das hier einmal eine Kultstätte eines Volksstammes gewesen sein könnte“: (Zitat Ende)

Eine Plakette des Eifelsteigs zeigt uns an diesem Punkt immer noch eine Höhe von 642 m ü. NN. an. Hier finden wir auch Markierungen des Kaiser-Karl-Weges und des ostbelgischen Wanderwegnetzes (Nr. 76).

Auf diesen führt der Weg durch ein Waldstück. Das nächste interessante Zwischenziel auf der Runde ist der Aussichtspunkt an den sogenannten „Palsen“. Von Kaiser Karls Bettstatt sind es nur 700 Meter bis zu diesem Punkt auf immer noch 623 Höhenmetern (UTM 301972/5605586).

Der Aufstieg auf den Turm ist ein Muss für jeden Wanderer. Nicht nur wegen dem Ausblick auf die renaturierte Vennfläche (Moorfläche), sondern auch wegen den Informationen, die oben auf dem Turm durch zwei Tafeln vermittelt werden.

Diesen Tafeln können wir entnehmen, dass in den eiszeitlichen Sommern das Eis nur oberflächlich auftaute und ganzjährig ein Eiskern verblieb (Segregationseis). Dadurch wuchs im Laufe der Palsen (Frosthügel) mehrere Meter hoch. Das an der Oberfläche auftauende Material rutschte ab und bildete einen Ringwall, die sich dem Besucher heute als „Zeugen der Eiszeit“ präsentieren.

Eine weitere Infotafel dokumentiert die Zerstörung und Renaturierung der Palsenmoore.

Vor dem Turm können wir einen Baumstamm als „Baumtelefon“ bewundern. Sehr interessant, was man dazu auf einer kleinen Tafel liest: „Holz leitet nicht nur Wasser von der Wurzel bis zur Krone. Es leitet auch die leisesten Geräusche und Klänge.

Dadurch kann z. B. ein Eichhörnchen frühzeitig bemerken, dass sich ein Marder den Baum hinauf schleicht. Diese Resonanzeigenschaften des Holzes werden z. B. genutzt beim Bau von Musikinstrumenten und bei der Konstruktion von Musiksälen und Theatern“. (ZITAT ENDE).

Am Baumtelefon kann man sich davon überzeugen, wie verblüffend man selbst feinste Signale durch Kratzen oder Klopfen mit dem Ohr am anderen Ende des Stammes hören kann.

Die weitere Strecke verläuft nun direkt an der deutsch-belgischen Grenze. Auf einem breiten, von jungen Bäumen und Büschen gesäumten Schotterweg wandern wir noch 1,4 km an den Ortsrand von Mützenich.

 

Wir erreichen den Parkplatz Im Brand und findet dort eine weitere Plakette des Eifelsteig auf noch 617 m ü.NN. Hier biegen links in die Straße „Im Brand“ ein und passieren die Ferienhäuser „Vennbiber“ mit den bis zum Boden reichenden Dächern.

Zuletzt biegen wir nach rechts in die Renertzgasse ein und erreichen über diese wieder die Eupener Straße direkt vor einem KONSUM-Markt. Hier besteht die Möglichkeit zum Provianteinkauf.

Der Wegweiser (Anknüpfpunkt UTM 302844/5605123) zeigt uns noch eine Höhe von 593 m ü.NN an. Zudem können wir die Entfernungen zu den nächsten Zielen entnehmen: Burg Monschau (3,3 km), Monschau Stadt (3,6 km) und Höfen (9,9 km).

Einkehrmöglichkeit in Mützenich:

In der Straße „Im Brand“ finden Sie den beliebten Venngasthof „Zur Buche“. Zwingend erforderlich ist jedoch eine Reservierung. Hier die Kontaktdaten:

Venngasthof zur Buche, Im Brand 39, 52156 Monschau-Mützenich Tel. 02472-1497 www.venngasthof-zurbuche.de info@venngasthof-zurbuche.de

Kontakt:

Monschau Touristik GmbH, Stadtstraße 16, 52156 Monschau-Touristik

Tel. 02472-8048-0, touristi@monschau.de,

www.monschau.de

 

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