D-52156 Monschauer Rundwanderweg Nr. 25

Tausendundeine Stufe – Monschau für Bergziegen (2,1 km)

Am 23. Dezember 2021 haben wir den Rundweg Nr. 25 mit dem Rundweg Nr. 15 (Altstadtrundgang) kombiniert und so einen umfassenden Überblick über die traditionsreiche Tuchmacherstadt Monschau bekommen. Innerhalb der historischen Altstadt verlaufen beide Strecken über mehreren Straßen gleichauf. Während die Nr. 15 ohne spürbare Steigungen nur 2,3 Kilometer aufweist, ist dieser herrliche Panoramaweg zwar um 0,2 Kilometer kürzer, aber deutlich anstrengender. Von den steilen Hängen beiderseits des Flüsschens Rur blickt man auf das graue Schiefermeer der Altstadt.

Parken innerhalb der Altstadt ist schwierig. Es gäbe die Möglichkeit vom Parkplatz an der Burg Monschau (Auf dem Schloss) oder am Aukloster (Austraße/Elbersches Kontorhaus) zu starten. Wir empfehlen, vom Parkplatz Burgau auf den Rundwegen 15 und 35 in die Stadtstraße zu gehen und die Tour im Uhrzeigersinn an der Tourist-Information (Stadtstraße 16) zu starten.

Hier die Kontaktdaten: Nationalpark-Info-Treffpunkt Monschau

Stadtstraße 16, 52156 Monschau, Tel. 02472-80 480, www.monschau.de

e-Mail: touristik@monschau.de

Auf der Homepage der Stadt Monschau finden Sie den Rundweg Nr. 25 unter folgendem Link:

Unterwegs in Monschau | 25 | Wandern | Stadt Monschau

Der Einstiegstext lautet (ZITAT): Auf diesem Rundgang zeigt sich Monschau von einer ungewöhnlichen Seite. Die Hangwege beiderseits der Rur sind eine ideale Ergänzung zum Bummel durch die verwinkelten Altstadtgassen und ein außergewöhnliches Erlebnis. Von zahlreichen Aussichtspunkten aus lässt sich die von der Rur durchzogene Altstadt mit dem Roten Haus und der evangelischen Kirche im Mittelpunkt bestaunen (Zitat Ende).

Wir gehen in der Stadtstraße in nördlicher Richtung los. Hier bestaunen wir zunächst den schmucken Lütticher Hof und vor dem Restaurant „Hüftgold“ einen weihnachtlich verzierten Trabbi. Danach führt uns ein Treppensteig nach links hinauf zur Kirchstraße.

Spätestens hier stellen wir fest, dass wir uns auf einem kleinen Teilstück des Eifelsteigs befinden. Der Eifelsteig gehört zu den zehn beliebtesten Premium-Wanderwegen Deutschlands.

In der Kirchstraße befindet sich unter anderem das Hotel/Restaurant Graf Rolshausen***. Auf einer Tafel ist zu lesen, dass dieses Haus ursprünglich durch den Herzöglich-Jülischen Amtmann Christoph v. Rolshausen erbaut wurde. Das heutige Gebäude stammt aus dem 18. Jahrhundert. Das einstige „Josephshaus“ des Maria-Hilfs-Hospitals (1834) befindet sich seit geraumer Zeit in Privatbesitz.

In der Kirchstraße befinden sich weitere Unterkünfte wie der „Kleine Globetrotter“ (Bed & Breakfast) oder die Residenz „Vier Jahreszeiten“. Wir gehen in der Kirchstraße nach rechts weiter und folgen dann nach links einem Treppensteig, der diagonal an das Gemäuer der Alten Pfarrkirche St. Mariä Geburt führt.

Das Treppenensemble ist der Anfang einer Reihe von Steigpassagen, die am Maria-Hilf-Stift vorbei hinauf zur Burganlage Monschau führen.

Bei wikipedia erfahren wir, dass die Burg Monschau als „Castrum in Munjoje“ erstmals in einer Urkunde des Erzbischofs Engelbert I. Von Köln aus dem Jahre 1217 erwähnt wird.

Die Höhenburg wurde Mitte des 14. Jahrhunderts zu einer Festung der Grafen von Jülich ausgebaut und mit mächtigen Ringmauern und Wehrgängen versehen. Im Jahre 1543 rückten die Truppen von Kaiser Karl V. mit schwerem Geschütz an. Nach Belagerung wurden Burg und Stadt eingenommen und geplündert.

Weiterhin ist bei wikipedia zu lesen (ZITAT): „Anfang des 19. Jahrhunderts erklärte die französische Verwaltung die Burg zu Staatseigentum und verkaufte sie an Privatleute, die in den Jahren 1836 bis 1837 die Dächer abtragen ließen, um von der Gebäudesteuer befreit zu werden. Dadurch verfiel die Burg zur Ruine, bis sie Anfang des 20. Jahrhunderts die Verwaltung der Rheinprovinz sichern und instand setzen ließ. Nach dem 1. Weltkrieg wurde eine Jugendherberge im Westflügel eröffnet. So blieb die Burg Monschau als Jugendburg erhalten. 1971 verpackte Christo unter anderem die Burg als Kunstwerk.

Weiterhin ist zu erfahren, dass direkt unterhalb der Burg ab etwa dem 17. Jahrhundert bis Anfang des 20. Jahrhunderts Schiefer abgebaut wurde und dass die Höhlen im Zweiten Weltkrieg der Monschauer Bevölkerung als Luftschutzbunker dienten.

An Tafeln vor Ort stellen wir fest, dass die Burg auch als Veranstaltungsort für Festivals und Konzerte weithin bekannt ist.

Noch ziemlich außer Puste nach dem Treppensteig über etwa 40 Höhenmeter laufe ich auf Kopfsteinpflaster (Burgweg) in die Burganlage und beschließe einen Abstecher bis in die obersten Burgregionen. Dazu verlasse ich den Rundweg nach den Parkplätzen und gehe scharf links den gepflasterten Weg zum Burgtor hinauf.

Hier sieht man neben steinernen Gebäuden die Stahlkonstruktionen für die Festivals auf der Burg, die sicherlich wegen Corona (Dezember 2021) lange nicht mehr stattgefunden haben. Nicht nur Klassik, sondern auch Rock und Pop wird hier live präsentiert.

Nicht so ganz in die mittelalterliche Geschichte passen die Tischtennisplatte und das Plastik-Skelett in einem Türfenster. Das hat wohl eher mit den Besuchern der Jugendherberge zu tun.

Ich verlasse die Burganlage durch ein großes Tor, an dem eine Relieftafel folgendes über die Burg berichtet (ZITAT): Die Burg Monschau wurde ca. um 1090 gegndet von den Grafen und Herzögen von Limburg, unweit von Eupen. Ein Herr DE MONTE JOCI (= Herr des Spaßes, der Freude, erstmals erwähnt 1198 in einer Urkunde. Die jetzige Schlosskapelle, erwähnt 1369, ist sehr alt (…)

Die Burg Monschau wurde im Krieg des Herzogs von Jülich gegen den Kaiser im Jahre 1543 stark beschädigt, später mehrmals von den Franzosen eingenommen, nach dem Anschluss des Rheinlandes (Rheinbundes?) an Frankreich 1805 verkauft an die Firma Schlösser-Scheibler. Ab 1899 in den Besitz der Stadt Monschau übergegangen. Nach Jahrzehnten des Verfalls restauriert und dient heute als Jugendherberge. (O-Text Ende).

Eine Gewähr für die Richtigkeit dieser Angaben kann ich aufgrund des zum Teil schlechten Zustandes der Relieftafel nicht geben. Besonders Jahreszahlen könnten falsch sein.

Nach dem Torturm führt mich der Weg über eine Brücke (Fallbrück) in die Straße Auf dem Schloss. Eine kleine Kapelle mit der Aufsschrift „Ave Maria“ steht am Eingang der Straße Schloßkehr. Eine Plakette zum Eifelsteig, der bis hier gleichauf mit dem RW25 verläuft (Standort MON.102) gibt mir die Höhe an: 443 m ü.NN.

Hinter dem Eselsturm bringt mich die Straße Schloßberg nach rechts wieder hinab zur Kirchstraße. Hier gehen wir nach links weiter und dann nach rechts in die Straße Holzmarkt. Wir passieren an der Einmündung in die Lauffenstraße das „Eifelstübchen“, in dem wir zwei Tage später sehr gut gegessen haben. Man sollte gerade in Ferienzeiten in Monschauer Gaststätten immer reservieren lassen. Wir hatten Glück, dass zufällig Plätze frei waren.

Hier die Kontaktdaten:

Eifelstübchen, Laufenstraße 9a, 52156 Monschau, Tel. 02472-4150

Ein Paprikaschnitzel für 12,50 und eine Riesenportion Spaghetti Bolognese für 9,50 Euro, dazu ein 0,4-Liter Bitburger (3,50 Euro) oder ein Cappuccino (3,- Euro). Da kann man nicht meckern. Natürlich bekam man nur Einlass nach Vorlage des Impf- und Personalausweises.

Das wohl bedeutendste der prachtvollen Patrizierhäuser und gleichzeitig Wahrzeichen der Stadt ist das Rote Haus in der Laufenstraße 10. Es beherbergt das Stiftung-Scheibler-Museum und war im 18. Jahrhundert Wohnhaus, Kontor und Fabrikationsstätte des bedeutendsten Monschauer Tuchfabrikanten Johann Heinrich Scheibler. Ihm ist der weltweite Ruhm der Monschauer Tuche zu verdanken.

Wir gehen am Roten Haus vorbei in die Straße Stehlings, die parallel zum Flüsschen Rur verläuft. In Höhe des Hauses Stehling (Nr. 8) biegen nach links in den „Langen Pfad“ ein. Hier beginnt das zweite Kletterabenteuer zum Panoramaweg.

Treppen und Treppensteige führen hinauf zur Ruine des Befestigungsbauwerks Haller. Die Fachwelt ist sich nicht einig darüber, ob es sich um einen Außenposten der Burg, einen abgestellten Wachturm oder den Rest einer älteren Burganlage handelt.

Auf alle Fälle bietet der Panoramaweg herrlich Ausblicke auf die Stadt. Zudem gibt es einen Aussichtspunkt mit Ruhebank und einen gemütlichen Rastpunkt, an dem wir uns ein Gipfelschnäpschen schmecken lassen.

Eine Tafel am Rand des Panoramaweges informiert uns über die Tuchmacherei – von der vorindustriellen Manufaktur zur frühindustriellen Produktion. Wir erfahren, dass sich bereits im 16./17. Jahrhundert eine auf der heimischen Landwirtschaft aufbauenden Wollverarbeitung allmählich über den engeren regionalen Rahmen hinaus entwickelte.

Stadt und Umland wurden vom Dreißigjährigen Krieg weitgehend verschont. So existierte bereits Ende des 17. Jahrhunderts ein florierendes Tuchgewerbe, nachdem ein Teil der „Grobtuchmacher“ unter Verwendung hochwertiger spanischer Merinowolle zur Feintuchherstellung übergegangen war.

In einem weiten Bogen verläuft der Lange Weg um den Norden von Monschau. Dann führt er durch ein Waldstück und steil über Wurzeln und Treppensteige hinab.

Dabei stellen wir uns vor, die richtige Wahl in Sachen Gehrichtung getroffen zu haben. Dieser Abstieg hätte uns als Aufstieg vielleicht von einer Fortsetzung der Tour abgehalten.

Gut dass es an steilen Stellen Büsche, Zäune und Geländer zum Festhalten gab.

Am Ende des Pfades überqueren wir die Eschbachstraße, gehen dann in Richtung der Straße Rosenthal ein paar Schritte weiter und kommen an den Elbershof (in der Karte als Elbersches Kontorhaus bezeichnet).

Auch hier finden wir eine Relieftafel, die folgendes verrät (O-Text): „Um 1778 für Martin Bauer als Dreiflügelanlage nach französischem Vorbild erbaut. 1804 bis 1880 im Besitz der Fabrikantenfamilie Elbers. In dieser Zeit Wohnhaus und Fabrikationsstätte der Tuchindustrie (O-Text Ende).

Auf Google maps ist der Elbershof als Ferienwohnung Villadelux eingetragen. Wir gelangen nach rechts über die schmale Rurbrücke an die Austraße, wo sich das Aukloster befindet.

Davor finden wir eine Skulptur des Münchener Künstlers Alf Lechner (1925-2017), der zu den bedeutendsten Stahlplastikern der Welt zählte. Seine Skulptur „Verformung 14,17-1“ aus dem Jahr 1970 fertigte er als Beitrag zur Ausstellung „Umwelt-Akzente“, der ersten Demonstration internationaler Außenkunst.

Über einen Fußweg gelange wir anschließend in die Straße Unterer Mühlenberg, die uns in nordwestlicher Richtung an den Markt mit dem Café Kaulard führt. Vorbei am Weihnachtshaus führt der Weg über die Straße Oberer Mühlenberg in das Rusejässje (Rosengasse), die in der Folge als kurvenreicher Weg hinauf zum Friedhof auf dem Kierberg führt.

Vom Aussichtspunkt „An der Sonntagsley“ geht es dann durch den Stadtpark und an der Antoniuskapelle vorbei wieder abwärts zur Rur. Über eine kleine Brücke kommen wir in die Stadtstraße, der wir nach rechts folgen.

Auf dieser Straße passieren wir die „Senfonie“, den Gerberplatz und das Gasthaus Alt Monschau, bevor wir wieder an der Tourist-Information angekommen sind.

Waren das wirklich 1001 Stufen auf dieser Strecke? Wir haben nicht nachgezählt.

Kontakt:

Monschau Touristik GmbH, Stadtstraße 16, 52156 Monschau-Touristik

Tel. 02472-8048-0, touristik@monschau.de,

www.monschau.de

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