D-53572 Ein kleines Stück Rheinsteig

Von Unkel zum Aussichtspunkt Stux

Unkel am Rhein liegt selbst nicht direkt auf dem Rheinsteig. Doch vom Unkeler Großparkplatz ist schon ein Zuweg (gelbe R-Markierung) auf den Abschnitt von Bruchhausen nach Orsberg beschildert.

Diese Rheinteig-Zuweg-Markierung führt uns am Imbiss-Restaurant „Prost Mahlzeit“ vorbei über eine wackelige Fußgängerbrücke und danach an den Stuxhof, einen Markt für Regionalprodukte inklusive Wildspezialitäten.

Wer hier nicht die Absicht hat, auf dem Rheinsteig weiter zu wandern, dem sei ein kleiner Spaziergang auf den Aussichtspunkt Stux empfohlen.

Am Stuxhof (Bushaltestelle) wechseln wir die Straßenseite und passieren einen sonnenverwöhnten Weinberg (Weingut Krupp) und ein großes Willkommensschild im Naturpark Rhein-Westerwald.

Der links abzweigenden Pfad auf den Weinberg trägt bereits das blaue Symbol des Rheinsteigs (Gegenrichtung). Bald erreichen wir einen Waldparkplatz direkt an jenem Wasserfall, den wir hier bestaunen wollten.

Der trockene Sommer hat jedoch auch hier seine Spuren hinterlassen. Kein Wasser. Dennoch eine interessante Stätte, an der wir linker Hand eine Wanderkarte des Touristikvereins Unkel und rechts an den Felsen eine Infotafel zur „Kaskade im Hähnerbachtal“ finden.

Folgender Wortlaut: (ZITAT): „Seit altersher stand am Ausgang des Hähnerbachtales eine Kornmühle. Erstmals 1412 wird die URSBACHMÜHLE urkundlich erwähnt. Der Ursbach entspringt unterhab Bruchhausen und durchfließt die Flure IM HÄHNEN. Anfang des 19. Jahrhunderts ließ der Eigentümer der Mühle Franz Vogts den Zufluss zum Mühlenreich und den Teich selbst restaurieren. Den Wasserfall unterhalb des Teiches und die Zuwegung ließ er neu anlegen.

Berühmtheit erlangte die Tochter des Müllers Johann Georg Flesch. Sie gründete den Franziskanerinnenorden in Waldbreitbach. 2007 wurde sie von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Der Müller Josef Scholl stellte in den 1880er Jahren den Mühlenbetrieb als unrentabel ein. Der 1882 gegründete Unkeler Verkehrs- und Verschönerungsverein richtete am Wasserfall einen Rastplatz ein und legte einen Wanderweg durch das Tal nach Bruchhausen an.

Fortan sprach man von der Kaskade in der UNKELER SCHWEIZ. Erst 1926 wurde die Straße gebaut. 1973 musste die Mühle dem Ausbau der L 252 zur heutigen Breite und Linienführung weichen. Geblieben ist nur der Wasserkanal, der Mühlenteich und die Kaskade. An die Ursbachmühle erinnern die zu Tischen umgenutzten Mühlsteine.“ (ZITAT ENDE).

Links von der leider trockenen Kaskade führt ein Treppensteig den Berg hinauf. Wir finden das Symbol des Rheinsteigs wieder und wandern auf herrlichen Pfaden durch einen Wald, der zu sich anderen Jahreszeiten als im Februar sicherlich noch attraktiver präsentiert.

Schnell gewinnen wir ein paar Höhenmeter. Dann aber stehen wir vor einem Sperrschild. „Fußweg Hähnbachtal vorrübergehend gesperrt“ ist zu lesen.

Aber dann sehen wir, dass der Rheinsteig ohnehin nicht auf diesem Weg, sondern auf dem rechts abzweigenden Pfad weiter führt.

Nun beginnt ein anstrengender Teil. Dabei beschreibt die Wegführung einen 180-Grad-Bogen und führt uns an einen Wegweiser.

Dem Wegweiser können wir folgende Angaben entnehmen: Nach rechts (rheinaufwärts) Aussichtspunkt Stux (0,2 km), Orsberg (1,9 km) und Erpeler Ley (3,5 km). In der Gegenrichtung: Bruchhausen (2,8 km), Rheinbreitbach (6,0 km) und Bad Honnef (12,3 km). Auch Geo-Daten sind an der Standortplakette UNK008 verfügbar. Der Standort hat die Bezeichnung Mühlenfeld (124 m ü. NN), UTM 374540/5606617.

Nach diesem Wegweiser geh es nur noch leicht aufwärts und nach 200 Metern ist der Aussichtspunkt Stux erreicht. Hier haben sich eine Menge Wanderer und Ausflügler eingefunden.

Man kann die Aussicht auf den Rhein und die umliegenden Orte auf einer schlichten Steinbank, aber auch auf einer wellenförmigen Liege genießen. Natürlich waren Liege und Bänke durchgehend besetzt und wir bestaunten die Landschaft diesseits und jenseits des Rheins stehend.

Die Aussicht war so interessant, dass uns der Sendemast auf dem Gipfel kaum Aufmerksamkeit abforderte. Leider blieb nicht genug Zeit, um dem Rheinsteig bis zum nächsten Etappenort zu folgen.

Daher entschlossen wir uns, den Rückweg nach Unkel auf einem kleinen Alternativpfad anzutreten. Dem kleinen John gefiel besonders, dass es dabei ein kleines Abenteuer gab: Ein kleiner Wegabschnitt war so steil, dass man dort einen Feuerwehrschlauch als Steighilfe befestigt hat.

Da mussten wir natürlich alle runter. Mitunter bekam man dabei durch die Reibung heiße Hände. Natürlich konnte man diese Steilpassage auch gemütlicher umgehen.

Der Rhein-Zuweg-Markierung folgend kamen wir auf einem steil abfallenden Wehg wieder zum Stuxhof zurück. Nun könnte man bei „Prost Mahlzeit“ eine Einkehr planen. Wir hatten jedoch keine Zeit dazu. Nach dem Ölberg haben wir nun eine zweite Kurzetappe auf dem Rheinsteig kennen gelernt. Man sollte sich dafür irgendwann einmal mehr Zeit nehmen.

Familie Baumung (Marc, Andrea und John) auf Wanderung im Februar 2019

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