XW225-01a Weserberglandweg – 1. Etappe – 1. Abschnitt

Durch den südlichen Reinhardswald (Teil a)

Grundlage unserer Etappenaufteilung ist das so genannte Serviceheft, herausgegeben vom

Weserbergland Tourismus e.V.

Postfach 1003 339, 31753 Hameln

www.weserbergland-tourismus.de

Wie bereits in der Übersicht erläutert, ist dieses Serviceheft bei allen auf dem Weg befindlichen Tourismusbüros erhältlich.

Das Tourismusbüro im Startort Hannoverisch-Münden finden Sie direkt am historischen Rathaus.

Aufgrund der Vielzahl von Sehenswürdigkeiten haben wir die erste Etappe fünffach unterteilt (a-e).

Startpunkt ist jedoch der berühmte Weserstein als Ursprung des Flusses. Dazu haben wir direkt vor Ort folgende Erläuterungen gefunden.

Der Weserstein markiert den Zusammenfluss von Fulda und Werra, die sich in Hann. Münden zur Weser vereinen. Von hier nimmt der Fluss seinen über 450 Kilometer langen Lauf bis nach Bremerhaven, wo die Weser in die Nordsee mündet. Der etwa 3,5 Tonnen schwere Stein trägt die Inschrift: Wo Werra sich und Fulda küssen, Sie ihren Namen büssen müssen. Und hier entsteht durch diesen Kuss – Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss. Der Quarzitstein wurde 1899 vom Mindener Industriellen Carl Natermann gestiftet. Nur wenige Meter daneben steht seit der Jahrtausendwende ein neuer Weserstein, der im Rahmen der EXPO 2000 errichtet wurde. Auf diesem ist eine Inschrift des bulgarischen Künstlers NEDKO SOLAKOV angebracht, die auf humorvolle Weise über den Zusammenfluss von Fulda und Werra berichtet. (ZITAT ENDE)

Ihre Tagesetappe führt Sie auf der linken Weserseite durch den südlichen Reinhardswald. Der Reinhardswald, ein über 200 Quadratkilometer großes Waldgebiet, ist eines der am wenigsten besiedelten Gebiete Deutschlands mit weit ausgedehnten Hutewaldflächen. Das Serviceheft verspricht auf den überwiegend naturnahen Wegen entlang knochiger Eichen und Buchen viele traumhafte Ausblicke. Schon an der Tillyschanze überschreiten Sie die Grenzen zu Hessen und auf hessischer Seite verläuft die Route auch auf den nächsten Etappen bis Bad Karlshafen.

Gutes, rutschfestes Schuhwerk, das auch Schlamm und Wasser verträgt, ist Voraussetzung. Bei 449 Metern Anstiegssumme (Gegenrichtung 405 Meter) und einer Länge von 14,9 Kilometern (gefühlt eher mehr) sollte auch die Kondition stimmen. Vor allem dann, wenn Sie einen oft überraschenden Abzweig übersehen oder wenn Sie die Tour mit diversen Abstechern zu Aussichtspunkten oder zur Gastronomie (evtl. in Reinhardshagen-Vaake) erweitern.

1. Abschnitt: Vom Weserstein zur Tillyschanze (0,9 km)

Um auf den Weg zu kommen, gehen Sie nach links an dem Schiffsanleger vorbei. Hier werden Rundfahrten auf Fulda und Weser angeboten. Vielleicht sollten Sie sich die Fahrtzeiten notieren, denn es sollte möglich sein, Wanderungen mit einer Schifffahrt zu kombinieren.

Eine Fußgängerbrücke bringt Sie bald auf die andere Seite der Fulda. Auf der anderen Uferseite folgen Sie dem Fischerweg bis an die Bundesstraße B 3. Hier sollten Sie die Fußgängerampel nutzen, wenn Sie die Straße überqueren. Es sei denn, Sie möchten sich vor der Tour noch stärken und einen Imbiss an der Grill-Oase nehmen…

Grill Oase B 3

Veckerhäger Straße 14, 34346 Hann. Münden, Tel. 05541-77 88881

Geöffnet nur montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr

Ihre Wegbegleiter sind der Märchenlandweg (M) und der Fuldahöhenweg (X 17). Gegenüber der Grill Oase befindet sich der Fußweg zur Tillyschanze, dem ersten Highlight auf der Strecke. Sollten Sie diesen Fußweg (via Seniorengemeinschaft Reinhardswald) übersehen, haben Sie 500 Meter weiter gegenüber der alten Fuldabrücke noch einmal die Chance, über den „ZickZackWeg“ (siehe Pedestrial-Sonderbeitrag) zum jenem 25 Meter hohen Aussichtsturm auf fast 200 Höhenmeter zu gelangen.

So oder so gelangen Sie zur ersten Standortplakette auf dem XW-Weg (Nr. 5561 auf 198 m). Sie sehen den Wegweiser zum nächsten Etappenziel: Der Freyastein in 1,7 km. Und Sie sehen, dass Sie schon 0,9 vom Weserstein zurückgelegt haben. Doch bevor Sie weiter in Richtung Norden marschieren, sollten Sie sich der Tillyschanze und der dazugehörigen Waldgaststätte zuwenden.

Auf dem Pfad haben Sie bereits die alten Grenzsteine mit der Aufschrift KFH entdeckt. Das heißt, Sie haben die Grenze zu Hessen am Wegweiser bereits überschritten. Wenn Sie aber über die Holzbrücke zum Aussichtsturm gehen, befinden Sie sich wieder in Niedersachsen!

Vor der Brücke finden Sie eine kleine Hinweistafel mit folgendem Text: Hier sehen Sie auf den Aussichtsturm der Tillyschanze. Erbaut 1881 bis 1885. Etwa 580 Jahre früher stand an diesem Ort sehr wahrscheinlich die Hesseburg. Diese kleine Befestigungsanlage hatte der Hessische Landgraf Heinrich I. zur Einschüchterung der welfischen Stadt Münden um 1305 angelegt. Sie wurde jedoch kurze Zeit später wieder abgerissen. Nur der hier zu sehende tiefe Graben könnte noch von ihr herstammen. (ZITAT ENDE).

Wir werden der Geschichte der Tillyschanze und ihrem Zusammenhang mit der Belagerung durch General Tilly im 30jährigen Krieg und zum bekannten Bildhauer Gustav Eberlein in einem gesonderten Beitrag ausführlich darstellen.

Den Schlüssel für eine Burgbesichtigung können Sie sich für 2,- Euro in der Waldgaststätte gegenüber (in Hessen) abholen. Und wenn Ihnen nach knapp einem Kilometer und 85 erklommenen Höhenmetern schon nach einer Stärkung zumute ist, sollten Sie nicht zögern. Es gibt leckere Speisen und Getränke zu günstigen Preisen – im gemütlichen Lokal ebenso wie im geräumigen Biergarten. Vom Fass läuft Krombacher!.

Anschrift/Kontakt

Waldgaststätte Tillyschanze

„Seit 135 Jahren Service für Gäste“

Tel. 05541-1890 – www.tillyschanze.de

Geöffnet: Ostern bis Oktober täglich außer montags, Wintersaison nur am Wochenende, jeweils ab 11 Uhr.

Auf dem Plateau der Tillyschanze finden Sie auch die Wandertafeln zu lokalen Rundwegen, den Einstieg zu einem Skulpturenweg und die Markierungen weiterer Fernwege wie die Wildbahn (X 3) und den Fuldahöhenweg (X 17).

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