3-19-06 Zum Gipfel der Milseburg (835 m)

Das Grab des Riesen Mils

Weithin sichtbar ist die Milseburg auf 835 Metern Seehöhe. Sie gehört zu den bedeutendsten touristischen Attraktionen der Kuppenrhön. Nicht nur die Fernwanderwege E 3 und E 6, sondern auch zahlreiche andere hervorragend ausgeschilderte „Extratouren“ führen über den Gipfel.

Wie Ausgrabungen der letzten Jahrzehnte offenbarten, war die Milseburg eine der wichtigsten und größten eisenzeitlichen Siedlungsstellen.

Vom Wanderparkplatz am Fuß der Milseburg benötigt man etwa eine halbe Stunde bis zum Gipfel. Unterwegs gibt es jedoch soviel zu entdecken, dass man deutlich mehr Zeit einplanen sollte.

Zahlreiche Infotafeln geben bereits am Parkplatz umfassende Informationen.

So erfährt man, dass die Milseburg in der späten Bronzezeit (1200-800 v.Chr.) und in der jüngeren Eisenzeit (ab 450 v.Chr.) besiedelt war. Die vorgeschichtlichen Wehr- und Wohnanlagen sind heute noch gut erkennbar. Eine 1400 Meter lange Mauer umgab die östliche und südliche Flanke. Von dieser ist noch ein Steinwall übrig geblieben.

Auf der Infotafel ist weiterhin zu lesen, dass die Menschen nicht nur auf dem Bergrücken, sondern auch auf Hangterrassen und am Bergfuß lebten. Dies und vieles andere lässt sich auf einem geologischen Rundweg mit zahlreichen weiteren Informationstafeln erkunden. Besonders viel erfährt man, wenn man sich auf die „Extratour Milseburg“ (20,2 km, mittelschwer) begibt.

An einem wichtigen Ost-West-Handelsweg durch die Rhön gelegen, finden sich zahlreiche Belege von Ansiedlungen von der Bronzezeit bis ins Mittelalter.

Auf dem Wanderparkplatz findet man weiterhin Informationstafeln zum Biosphärenreservat Rhön und zahlreiche Wegweiser. Auf dem „Hochrhöner“ sind es 9,8 km bis zum Gipfel der Wasserkuppe, während der Weg zum Milseburggipfel mit seiner Wallfahrts-Kapelle 1,1 Kilometer lang ist. Wir finden am Wegrand neben der Markierung des Hochrhöners und des E 6 (der E 3 verläuft nicht über den Parkplatz und trifft erst auf dem Gipfel auf den E 6) auch das rote Dreieck, das geschwungene M des Milseburgweges sowie die lokalen Rundwanderwege Nr. 1 und 2.

Natürlich geht es nur aufwärts, und zwar kontinuierlich steiler. Nach 10 Minuten erreicht man den Abzweig zur „Milseburgstube“ (Fahrrad-Abstellmöglichkeit). Zum Gipfel geht es nach rechts weiter durch alten Laubwald.

Die nächste Infotafel geht unter dem Titel „Die verschwundene Stadt“ näher auf die zahlreichen Ausgrabungen ein und schon bald erreicht man die so genannte „Zufahrt“, das einzige Tor am attraktiven Felsmassiv Kälberhufstein. Man geht davon aus, dass diese Engstelle in vorgeschichtlicher Zeit mit einem Holztor und hölzernen Einfassungsbauten abgesichert wurde.

Hier empfiehlt sich ein kleiner Kletterausflug auf die Felsen, von denen sich eine herrliche Aussicht offenbart. Nur wenige Hundert Meter weiter stößt man auf die nächste Infotafel, die unter dem Titel „Bauern, Priester, Krieger“ Einblicke in die eisenzeitliche Gesellschaft gibt.

Über das leben im Totholz und über Baumhöhlenbewohner, über das Leben am Berg und über den Wall im Gipfelbereich wird im folgenden Abschnitt informiert. Dann kommen die Bauwerke auf dem Gipfel in Sicht und eine ältere Infotafel „Sagenhafte Rhön“ erzählt die Geschichte des Riesen Mils.

Hier die Geschichte (ZITAT): Zur Zeit der christlichen Glaubensboten lebte in der Rhön ein Riese namens Mils. Er wollte nicht, dass sich die Menschen taufen ließen. Da machte sich der heilige Gangolf auf, um mit seinen Rittern den Riesen Mils zu bezwingen. Den Käpfern stand zur Labung nur eine einzige Quelle zur Verfügung. Und diese gehörte einem geizigen Bauern. Der verlangte für das Wasser sehr viel Geld. Die Ritter aber konnten das Geld nicht aufbringen. Traurig stand die Ritter in ihren Rüstungen da und wussten nicht, wie es weiter gehen sollte. Ein einziges Mal noch schöpfte Gangolf mit seinem Helm Wasser aus der Quelle, trug es zum Lager seiner Kampfgenossen und schüttete es auf den Boden. Alle waren entsetzt und schrien laut auf. Doch – plötzlich sprudelte eine Quelle an dieser Stelle aus der Erde. Sie nannten diese Quelle Gangolfsbrunnen. Diesen Brunnen gibt es heute noch. Die Quelle des geizigen Bauern aber versiegte. Die Ritter labten sich am frischen Wasser und stürmten nun mutig zur Felsenburg des Ritter Mils hinauf. Dieser gab sich aus Angst und Verzweiflung selbst den Tod. Der Teufel, mit dem er im Bunde war, begrub ihn unter einem gewaltigen Berg von Steinen. Das riesige Grab ist heute die Milseburg“ (ZITAT ENDE)

Nur noch wenige Schritte trennen uns nun vom Gipfel. Hier stoßen nun E3 und E 6 aufeinander. Eine große ältere Wandertafel an der Milseburghütte gibt nun eine gute Übersicht zum alten Wanderwegenetz des Rhönklubs.

Die Milseburghütte ist laut Aushang samstags von 10.30-20.00 Uhr sowie sonntags und montags von 10.30 bis 18.00 Uhr geöffnet. Diese Öffnungszeiten sind allerdings witterungsabhänging, Auskunft gibt es unter der Rufnummer 0151-178 418 77 oder im Internet unter www.milseburghuette.de

Direkt hinter der Hütte steht die Wallfahrtskapelle St. Gangolf. Die Kapelle,die einst den heligen Schutzengeln geweiht war, wurde erstmals im Jahre 1493 urkundlich erwähnt. In den folgenden 500 Jahren mahrfach abgebrannt und immer wieder aufgebaut worden. Die heutige Kapelle wurde 1932 errichtet. Erhalten geblieben ist jedoch der Wappenstein der Kapellenerbauer.

Nun ist es Zeit, die Gipfelfelsen zu erkunden und die herrliche Aussicht zu genießen.

Infos.

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